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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

bis acht Milliarden Euro in die Ruhr- gas zu investieren“, so Tacke. Damit werde die Versorgung der Bundesre- publik gestärkt. Denn Ruhrgas könne sich künftig neben dem Abschluss langfristiger Lieferverträge verstärkt an Gasproduzenten oder Gasfeldern beteiligen, sagte der Staatssekretär und verwies auf die Ankündigung der russischen Erdgaswirtschaft, die für die kommenden Jahrzehnte einen Investitionsbedarf im dreistelligen Milliardenbereich veranschlagt. Das Risiko dieser künftig von E.ON ge- tragenen Investitionen der Ruhrgas in die russische Gaswirtschaft ließ sich der Düsseldorfer Konzern poli- tisch sichern: Durch die vertikale In- tegration seiner Kapazitäten auf der Import-, Ferntransport- und Endver- teilebene. Wettbewerb willTacke vor allem auf der Ferngasstufe schaffen. Ihre Betei- ligungen an der Verbundnetz Gas AG (VNG), Leipzig, müssen E.ON (5,26 %) und Ruhrgas (36,84 %) innerhalb der nächsten sechs Monate abgeben. Gleichzeitig verfügte das Wirtschafts- ministerium, dass die an der VNG beteiligten Kommunen ihren Unter- nehmensanteil von bisher 15,79 % auf mindestens 25 % – die Sperrmino- rität im Aktienrecht – aufstocken kön- nen. Ein strategischer Investor könne maximal 26 % an der VNG erwerben. „Kein Aktionär soll einen beherr- schenden Einfluss aus­üben können, die VNG soll als unabhängiges ost- deutsches Unternehmen erhalten bleiben und in Wettbewerb zur Ruhr- gas treten“, begründete Tacke die Möglichkeiten für ein künftig stärke- res Mitspracherecht der Kommunen. Der neue Investor, der Tacke zufolge aus dem In- oder Ausland kommen könne, werde eingehend hinsichtlich seiner Unternehmensstrategie ge- prüft. „Das Wirtschaftsministerium hat sich einen Zustimmungsvorbe- halt gesichert.“ Die Wintershall AG als einer der VNG-Gesellschafter hat bereits Interesse an weiteren Anteilen signalisiert. E.ON muss Beteiligungen an Energieversorgern abgeben Außerdem muss sich E.ON von Be- teiligungen an der Oldenburger EWE AG (27,4 %), an der Gelsenkirchener Gelsenwasser AG (80,5 %), an der swb AG Bremen (24,1 %) sowie an der Bayerngas GmbH (22 %) in München trennen. Die Ruhrgas-Beteiligungen an swb (11,3 %) und Bayerngas (22 %) bleiben von den Auflagen unberührt. Die Auflage zur Abgabe von Gelsen- wasser wird in Gaswirtschaftskrei- sen als Zugeständnis an die RWE AG gewertet, die mit dem Großunter- nehmen ihre Wasserversorgungs-Ak- tivitäten arrondieren könnte. E.ON und Ruhrgas wurden außer- dem verpflichtet, in den kommenden drei Jahren 75 Mrd. kWh kontrahier- tes, als vertraglich gesichertes Import- Erdgas per Auktion an Wettbewerber abzugeben. Tacke verteidigte die als schwach kritisierte Auflage mit dem Hinweis, auch durch diese Menge könne der Handel forciert werden. Außerdem sieht das Auflagenpapier vor, dass Unternehmen, die heute zu 100 % Erdgas von der Ruhrgas bezie- hen würden, diesen Anteil künftig auf 80 % reduzieren könnten. Eine weitere Auflage bezieht sich auf das bereits in der Verbändever- einbarung II Gas festgeschriebene „legal unbundling“. Danach muss Ruhrgas Netzbetrieb und Erdgas- handel künftig gesellschaftsrechtlich trennen, um einen diskriminierungs- freien Wettbewerb zu garantieren. „Wir haben die Option zur Pflicht ge- macht“, sagte Tacke und verwies auf weitere Regelungen. Danach haben sich E.ON und Ruhrgas verpflichtet, bei der Gasdurchleitung für Dritte Bilanzausgleiche bis zu 15 % Unter- oder Überlieferung kos­tenlos durch- zuführen, künftig standardisierte Verträge zu nutzen und unterjährige Verträge abzuschließen. Die Thüga habe nicht zur Dis- kussion gestanden, da E.ON weit- reichende Änderungen in wichtigen Stadtwerken vor allem im Norden der Bundesrepub­lik zugesagt habe. Außerdem sei die vertikale Integra- tion das Ziel der Fusion gewesen.„Da der Absatz des Erdgases in Deutsch- land gesichert werden muss, brau- chen wir die vertikale Integ­ration. Endkunden sichern den Wettbewerb im Beschaffungsmarkt“, so Tacke. E.ON Energie AG und Ruhrgas AG haben sich bereits darauf verständigt, dass die Thüga-Anteile von E.ON (57,26 %) auf Ruhrgas übergehen. Ruhrgas selbst ist bereits mit 10 % an Thüga beteiligt. Eine Prognose zur künftigen Entwicklung der Gas- und Strompreise wollte der Staatssekretär nicht wagen. Allerdings solle die Fu- sion der Konzerne den Wettbewerb entfachen, „und Wettbewerb dient denVerbrauchern“. Hoffnung auf einen großen europäischen Player Tacke geht außerdem davon aus, dass der Zusammenschluss für mehr Beschäftigung im bundesdeutschen Energiemarkt sorgt. „Ohne Verände- rungen würde kein neuer Arbeits- platz entstehen.“ Trotz des Aufstiegs des Verbundes von E.ON und Ruhr- gas zu einem bedeutenden europäi- schen Player seien die Europäische Kommission oder das europäische Wettbewerbsrecht von der Fusion nicht betroffen, sagte Tacke weiter. Klagen gegen den Entscheid sieht der Staatssekretär gelassen entgegen. „Ich gehe davon aus, dass die Geneh- migung gerichtsfest ist.“ 1. Juli 2014 9GASENERGIEMARKT 2002 Gemeinsam mehr Energie. www.wingas.de Wer bei der zukunftssicheren Energieversorgung einen wesentlichen Beitrag liefern will, muss sein Geschäftsmodell auf zwei Dinge konzentrieren: Flexibilität und Partnerschaft. Deshalb schneidern wir Ihre individuelle Versorgungslösung maßgerecht auf Sie zu. 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