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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

W ie erwartet, sprach Dr. Alfred Tacke, Staats- sekretär im Bundeswirt- schaftsministerium, am 5. Juli in Berlin gegen erhebliche Bedenken von Wettbewerbshütern die sogenannteundlangediskutierteMinis- tererlaubnis gemäß Paragraph 42 GWB aus. Die Düsseldorfer E.ON AG darf danach die Mehrheit an der Ruhr- gas AG, Essen, übernehmen. „Damit entsteht ein leistungsfähiges Unter- nehmen, das durch seine vertikale Integration auf lange Sicht internatio- nal wettbewerbsfähig ist und dadurch für Deutschland den Erdgasbezug sichert“, sagte Tacke zur Begründung seiner Entscheidung. Im Zuge des Verfahrens waren 45 Unternehmen gehört worden. E.ON und Ruhrgas haben die mit der Erlaubnis verbundenen Auflagen ak- zeptiert. Nachdem sich E.ON in den letzten Tagen auch mit Exxon Mobil, Shell und TUI (Preussag) auf die Über- nahme von deren Anteilen (40 %) an Ruhrgas geeinigt hatte, wird der Düs- seldorfer Konzern Ruhrgas voraus- sichtlich zu 100 % übernehmen. Nach Informationen aus dem Bundeswirt- schaftsministerium wird die Transak- tion E.ON etwa 10 Mrd. Euro kosten. Das Bundeskartellamt hatte den Zusammenschluss unter Hinweis auf wettbewerbliche Nachteile für den Inlandsmarkt untersagt; auch die Monopolkommission hatte sich dagegen ausgesprochen. Die Ruhr- gas besitzt durch ihren hohen Anteil am deutschen Gasmarkt – 58 % des in Deutschland verbrauchten Erdgases stammen aus Ruhrgas-Lieferungen – bereits eine beherrschende Stellung. Diese würde durch den Zusammen- schluss noch verstärkt, argumentier- ten dieWettbewerbshüter. Politik fordert Investitionen Tacke sagte in Berlin, die diskutierten wettbewerblichen Nachteile würden durch strenge Auflagen zur Minis- tererlaubnis praktisch ausgeglichen. Der Rückzug der internationalen Gasproduzenten BP, Exxon Mobil und Shell aus der Ruhrgas und ihre eigenständigen Ambitionen könn- ten den Wettbewerb in Deutschland beflügeln. Am Ende könnten so die gesamtwirtschaftlichen Vorteile der Fusion international überwiegen, ohne dass der heimische Wettbewerb auf der Strecke bleibe. „Ich habe die Einwände der Monopolkommission und von Wettbewerbern gegen die Fusion sehr ernst genommen“, er- gänzte Tacke. Eine unternehmerische Weiter- entwicklung der Ruhrgas in der der- zeitigen Aktionärsstruktur wäre nur eingeschränkt möglich gewesen, erläuterte der Staatssekretär. Unter- schiedliche Gesellschafter hätten möglicherweise eine einheitliche Unternehmenspolitik und eine ver- besserte Kapitalausstattung blockiert. Damit wäre der Essener Gaskonzern im europäischen Wettbewerb lang- fristig handlungsunfähig geworden, was zu einer Gefährdung der Versor- gung Deutschlands mit Erdgas ge- führt hätte, so die Einschätzung aus dem Wirtschaftsministerium. „E.ON hat uns zugesagt, mittelfristig sechs E.ON/Ruhrgas: Ab ins Ehebett Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Übernahme von Ruhrgas durch E.ON mit dem Ziel genehmigt, den deutschen Gasmarktführer auch international zu stärken. Auflagen sollen denWettbewerb in Deutschland in Fahrt bringen. VON CERSTIN GAMMELIN 1. Juli 2014GAS Späth, „sie müssen ständig nachre- guliert werden und schaffen unfle- xible Strukturen.“ In Großbritannien habe es seit 1990 etwa 450 Verord- nungen bei der Regulierung gege- ben, mit denen sich die Gaswirtschaft beschäftigen musste. Der Ruhrgas-Chef glaubt, dass „Spotmarktgeschäfte und Transporte begrenzte Markterscheinungen“ sind. „Der Wettbewerb wird sich ver- schärfen“, so Späth, „wir werden ver- suchen, unsere Kunden zu halten, das führt zu niedrigeren Preisen, aber nicht unbedingt zum Lieferan- tenwechsel.“ „Wir wollen keine Regulierung“, sagte Späth, so doch eine käme, ist er „optimistisch, dass sie vernünftig ausfällt“ (siehe auch Interview). Werner Müller wird es wohl gehört haben. Postvertriebsstück–Entgeltbezahlt B 13052 E 5/2001 1. März 2001 Vor einem Jahr haben die Stadtwer- ke Jena-Pößneck ihren Strom-Ein- zelhandel verpach- tet, Till Noack zieht Bilanz 18 Holz gibt es genug, doch Investoren und Contractoren warten vor Inve- stitionen in Heizkraftwerke noch auf die Biomasse-Verordnung, die konkrete Anforderungen an Brenn- stoffqualität und Emissionen fest- schreiben soll 7 Unterstützung der Stadtwerke beim Strom- und Gashandel bietet Dieter Nagel mit seinem Thüga-Betei- lungsmodell 23 Die Seite 4: Nachhaltiges Wirtschaften D er Presseclub in Berlin ist nicht weit vom Sitz des Bun- deswirtschaftsministers Wer- ner Müller entfernt, der mit einer Re- gulierung des liberalisierten Gas- marktes droht, sollten die Wirt- schaftsverbände nicht schleunigst die Verbändevereinbarung Gas neu formulieren. Müller macht Druck, weil er auch Druck aus Brüssel hat: Ende März spätestens will er ein Pa- pier auf dem Schreibtisch, das Durchleitung, Engpassmanagement und Speicherzugang befriedigend re- gelt. „In der öffentlichen Liberalisie- rungsdiskussion wird von interes- sierter Seite der Eindruck vermittelt, dass es keinen funktionierenden Gas- wettbewerb in Deutschland gibt“, sagte Späth in Berlin, und er sagte, dass er anderer Meinung ist. An sechs Kernpunkten machte der im Juni aus dem Vorstand scheidende Ruhr- gas-Chef seine Position klar: G Ruhrgas gestaltet die neuen Markt- bedingungen aktiv mit G Deutschland gehört zu den Vorrei- tern in der EU – Ziel muss die Chan- cengleichheit für Unternehmen in al- len EU-Ländern sein G Regulierung ist die schlechtere Lö- sung – sie führt in die Verknappung und nicht zu niedrigen Preisen G Händlerinteressen werden zum Maßstab der Liberalisierung, aber Händler übernehmen keine Verant- NACHRICHTEN ____________3 CONTRACTING ____________7 ERNEUERBARE ENERGIE ____8 STROMHANDEL ____________12 GASMARKT ________________22 TERMINE ________________27 http://www.powernews.org powernews@energiemarkt.net E&M: Darum, dass Sie so wie bei der Durchleitung Geld verdienen wollen… Späth: Das ist das Ziel, denn wir können Dritten keine kostenlose Dienstleistung anbieten. Im Augen- blick ist es so, dass die Industrieseite Gebührenvorstellungen hat, die mit Sicherheit wirtschaftlich nicht aus- reichend sind. E&M: Sie lehnen eine Regulierung ab, aber wenn sie denn käme, dann müsse sie vernünftig sein: Was ist denn eine vernünftige Regulierung? Späth: Regulieren ist nichts anderes als Staatswirtschaft, und die geht er- fahrungsgemäß nicht gut. Die Frage dabei ist, wie stark eingegriffen wird. Wenn es so ist wie in Kalifornien, dass die Unternehmen keinen Spielraum mehr haben, dann läuft es schief. Was heute in Brüssel vorgeschlagen wird, das geht in diese Rich- tung. Die vernünftige Regulie- rung beschränkt sich auf Leitli- nien, die den Unternehmen Handlungsspielraum lassen. Aber ich möchte noch ein- mal unmissverständlich sagen: Wir wollen keine Regulierung. E&M: Wie schätzen Sie das Volu- men an Fremdgas ein, das die Ruhr- gas durch ihr Leitungsnetz transpor- tieren wird? Späth: Ich vermeide es, über Din- ge zu reden, die heute nicht klar vor- herzusagen sind. E&M: Dazu gehört dann wohl auch, was Wintershall-Chef Dethar- ding äußert, nämlich, dass es die Ruhrgas in ein paar Jahren so nicht mehr geben wird ... Späth: Zu solchen Hirngespinsten gebe ich keinen Kommentar ab. E&M E&M: Herr Späth, seriöse Vertre- ter der Gaswirtschaft gehen davon aus, dass der Spotmarkt mittelfristig etwa 20 Prozent des Erdgasabsat- zes ausmachen wird und dass die Preise auch um diesen Prozentsatz fal- len werden: Stimmen Sie überein? Späth: Ich würde mich hüten, solche Zahlen zu nennen. 20 Prozent Spot- markt wären im- merhin mehr als zehn Milliarden Kubikmeter, ich kann nicht erken- nen, wo die herkommen sollen, denn diese Mengen gibt es nicht frei auf dem Markt. Und was die Preise betrifft, die werden wahrscheinlich in den nächsten Monaten fallen, aber nicht wegen des Spot- marktes, sondern weil die Energiepreise, auch der Öl- preis, generell wieder runtergehen. E&M: Die Erdgasspeicher spielen im Wettbewerb eine wichtige Rolle, die Öffnung wird von der EU und auch von Wirtschaftsminister Müller angemahnt. Gibt es dabei eine Gren- ze, wo Sie sagen, mit mir nicht? Späth: Wir haben uns doch bereit- erklärt, die Speicher zu öffnen und Speicherangebote zu machen. E&M: Worum wird dann noch ge- stritten? Späth: Das ist ein Punkt der Verbän- devereinbarung, zu dem ich mich nicht äußern möchte, aber letztlich geht es natürlich um die Konditionen. wortung für die Versorgungssi- cherheit G Die Durchleitung in Deutschland funktioniert – eine Springflut von Transportverträgen ist aufgrund der Marktgege- benheiten nicht zu erwar- ten G In Deutschland herrscht ein intensiver Gas-zu-Gas- Wettbewerb – dies darf aber nicht nur am Kriteri- um Lieferantenwechsel ge- messen werden. Zu den laufenden Ver- handlungen zu der Ver- b ä n d e v e r e i n b a r u n g schwieg sich Späth mit dem Hinweis aus, dass Stillschweigen vereinbart worden sei. Es gehöre zu Veränderungspro- zessen, dass der „Sympathiebonus bei den Newcomern“ liegt, so Späth, aber es sei sachlich nicht haltbar, der deutschen Gaswirt- schaft „pauschal die Rolle des Bremsers“ zuzuweisen. Auf die Speichernutzung und das Eng- passmanagement stelle sich sein Unternehmen ein, sagte Späth, und bei der Durch- leitung und der Entgeltsy- stematik verwies der Ruhr- gas-Vorstandsvorsit- zende auf einen Ver- gleich der EU, der zeigt, dass die Ruhrgas die günstigsten Durchleitungsgebühren in Europa hat. Späth warnte davor, den Gasmarkt zu regulieren: „Wenn es in Europa eine Regulierung wie in Kalifornien gibt, dann kann Kalifornien überall sein.“ Nach Meinung des Ruhrgas- Lenkers werde es dann zu Engpässen und Störungen bei der Versorgung kommen, allein deshalb, weil nicht mehr ausreichend investiert werde. Die Brüssler Regulierungsvorschläge bezeichnete Späth als „extrem“, sie gingen in Richtung kalifornischer Verhältnisse. „Regulierte Systeme wie in Großbritannien und den USA sind bislang den Beweis der Überle- genheit schuldig geblieben“, so Zu Hirn- gespinsten keinen Kommentar Am 8. Februar, einen Tag vor seinem 65. Geburtstag, lud Ruhrgas-Chef Friedrich Späth Journalisten nach Berlin zu einer Pressekonferenz ein. Seine Botschaft: Der Gaswettbe- werb funktioniert, eine Regulierung würde die Versorgungs- sicherheit in Deutschland gefährden. 7 23 TERMINE ________________ Am 8. Februar, einen Tag vor seinem 65. Geburtstag, lud Ruhrgas-Chef Friedrich Späth Journalisten nach Berlin zu einer Pressekonferenz ein. Seine Botschaft: Der Gaswettbe- Spät(h)e Offensive „Regulieren ist Staatswirtschaft“ E&M-Interview mit Friedrich Späth, Vorsitzender des Vor- standes der Ruhrgas AG, Essen. Friedrich Späth: „Wir machen Speicherangebote“ Transportentgelte in Europa, Preis in g/MWh, Distanz 100 km I N T E R V I E W Quelle:EU-DGTREN/A/2 ENERGIE&MANAGEMENT ENERGIE&MANAGEMENT ZEITUNG FÜR DEN ENERGIEMARKT B U _____________ 3 C _____________ 7 E _____ 8 S E&M 2001 05_E&M 2001 05.qxd 12.06.14 11:57 Seite 1 Späth, „sie müssen ständig nachre- guliert werden und schaffen unfle- guliert werden und schaffen unfle- xible Strukturen.“ In Großbritannien xible Strukturen.“ In Großbritannien habe es seit 1990 etwa 450 Verord- nungen bei der Regulierung gege- ben, mit denen sich die Gaswirtschaft beschäftigen musste. Der Ruhrgas-Chef glaubt, dass „Spotmarktgeschäfte und Transporte begrenzte Markterscheinungen“ sind. „Der Wettbewerb wird sich ver- schärfen“, so Späth, „wir werden ver- suchen, unsere Kunden zu halten, das führt zu niedrigeren Preisen, aber nicht unbedingt zum Lieferan- tenwechsel.“ „Wir wollen keine Regulierung“, sagte Späth, so doch eine käme, ist er „optimistisch, dass sie vernünftig ausfällt“ (siehe auch Interview). Werner Müller wird es wohl gehört haben. Postvertriebsstück–Entgeltbezahlt E&M: Darum, dass Sie so wie bei der Durchleitung Geld verdienen wollen… Späth: Das ist das Ziel, denn wir können Dritten keine kostenlose Dienstleistung anbieten. Im Augen- blick ist es so, dass die Industrieseite Gebührenvorstellungen hat, die mit Sicherheit wirtschaftlich nicht aus- reichend sind. E&M: Sie lehnen eine Regulierung ab, aber wenn sie denn käme, dann müsse sie vernünftig sein: Was ist denn eine vernünftige Regulierung? Späth: Regulieren ist nichts anderes als Staatswirtschaft, und die geht er- fahrungsgemäß nicht gut. Die Frage dabei ist, wie stark eingegriffen wird. Wenn es so ist wie in Kalifornien, dass die Unternehmen keinen Spielraum mehr haben, dann läuft es schief. Was heute in Brüssel vorgeschlagen wird, das geht in diese Rich- tung. Die vernünftige Regulie- rung beschränkt sich auf Leitli- nien, die den Unternehmen Handlungsspielraum lassen. Aber ich möchte noch ein- mal unmissverständlich sagen: Wir wollen keine Regulierung. E&M: Wie schätzen Sie das Volu- men an Fremdgas ein, das die Ruhr- gas durch ihr Leitungsnetz transpor- tieren wird? Späth: Ich vermeide es, über Din- ge zu reden, die heute nicht klar vor- herzusagen sind. E&M: Dazu gehört dann wohl auch, was Wintershall-Chef Dethar- ding äußert, nämlich, dass es die Ruhrgas in ein paar Jahren so nicht mehr geben wird ... Späth: Zu solchen Hirngespinsten gebe ich keinen Kommentar ab. E&M Herr Späth, seriöse Vertre- ter der Gaswirtschaft gehen davon aus, dass der Spotmarkt mittelfristig etwa 20 Prozent des Erdgasabsat- zes ausmachen wird und dass die Preise auch um diesen Prozentsatz fal- len werden: Stimmen Sie überein? Späth: Ich würde mich hüten, solche Zahlen zu nennen. 20 Prozent Spot- markt wären im- merhin mehr als zehn Milliarden Kubikmeter, ich kann nicht erken- nen, wo die herkommen sollen, denn diese Mengen gibt es nicht frei auf dem Markt. Und was die Preise betrifft, die werden wahrscheinlich in den nächsten Monaten fallen, aber nicht wegen des Spot- marktes, sondern weil die Energiepreise, auch der Öl- preis, generell wieder runtergehen. E&M: Die Erdgasspeicher spielen im Wettbewerb eine wichtige Rolle, die Öffnung wird von der EU und auch von Wirtschaftsminister Müller angemahnt. Gibt es dabei eine Gren- ze, wo Sie sagen, mit mir nicht? Späth: Wir haben uns doch bereit- erklärt, die Speicher zu öffnen und Speicherangebote zu machen. E&M: Worum wird dann noch ge- stritten? Späth: Das ist ein Punkt der Verbän- devereinbarung, zu dem ich mich nicht äußern möchte, aber letztlich geht es natürlich um die Konditionen. wortung für die Versorgungssi- Die Durchleitung in Deutschland funktioniert – eine Springflut von Transportverträgen ist aufgrund der Marktgege- benheiten nicht zu erwar- In Deutschland herrscht intensiver Gas-zu-Gas- darf aber nicht nur am Kriteri- um Lieferantenwechsel ge- Zu den laufenden Ver- Zu den laufenden Ver- zu der Ver-zu der Ver- b ä n d e v e r e i n b a r u n g b ä n d e v e r e i n b a r u n g sich Späth mit dem Hinweis sich Späth mit dem Hinweis aus, dass Stillschweigen vereinbart aus, dass Stillschweigen vereinbart Es gehöre zu Veränderungspro- zessen, dass der „Sympathiebonus bei den Newcomern“ liegt, so Späth, aber es sei sachlich nicht haltbar, der deutschen Gaswirt- schaft „pauschal die Rolle des Bremsers“ zuzuweisen. Auf die Speichernutzung und das Eng- passmanagement stelle sich sein Unternehmen ein, sagte Späth, und bei der Durch- leitung und der Entgeltsy- stematik verwies der Ruhr- gas-Vorstandsvorsit- zende auf einen Ver- gleich der EU, der zeigt, dass die Ruhrgas die günstigsten Durchleitungsgebühren in Europa Späth warnte davor, den Gasmarkt zu regulieren: „Wenn es in Europa eine Regulierung wie in Kalifornien gibt, dann kann Kalifornien überall sein.“ Nach Meinung des Ruhrgas- Lenkers werde es dann zu Engpässen und Störungen bei der Versorgung kommen, allein deshalb, weil nicht mehr ausreichend investiert werde. Die Brüssler Regulierungsvorschläge bezeichnete Späth als „extrem“, sie gingen in Richtung kalifornischer Verhältnisse. „Regulierte Systeme wie in Großbritannien und den USA sind bislang den Beweis der Überle- genheit schuldig geblieben“, so Zu Hirn- gespinsten keinen Kommentar werb funktioniert, eine Regulierung würde die Versorgungs- E&M: Herr Späth, seriöse Vertre- ter der Gaswirtschaft gehen davon aus, dass der Spotmarkt mittelfristig etwa 20 Prozent des Erdgasabsat- zes ausmachen wird und dass die Preise auch um diesen Prozentsatz fal- len werden: Stimmen Sie überein? Späth: mich hüten, solche Zahlen zu nennen. 20 Prozent Spot- markt wären im- merhin mehr als zehn Milliarden wortung für die Versorgungssi- Am 8. Februar, einen Tag vor seinem 65. Geburtstag, lud Ruhrgas-Chef Friedrich Späth Journalisten nach Berlin zu einer Pressekonferenz ein. Seine Botschaft: Der Gaswettbe- werb funktioniert, eine Regulierung würde die Versorgungs- Spät(h)e Offensive Staatswirtschaft“ Staatswirtschaft“ E&M-Interview mit Friedrich Späth, Vorsitzender des Vor- E&M-Interview mit Friedrich Späth, Vorsitzender des Vor- standes der Ruhrgas AG, Essen. standes der Ruhrgas AG, Essen. Friedrich Späth: „Wir machen Speicherangebote“ das bereits in der Verbändevereinba- rung II Gas festgeschriebene „legal un- bundling“. Danach muss Ruhrgas Netzbetrieb und Erdgashandel künftig gesellschaftsrechtlich trennen, um ei- nen diskriminierungsfreien Wettbe- werb zu garantieren. „Wir haben die Option zur Pflicht gemacht“, sagte Tacke und verwies auf weitere Regelun- gen. Danach haben sich E.ON und Ruhrgas verpflichtet, bei der Gasdurch- leitung für Dritte Bilanzausgleiche bis zu 15% Unter- oder Überlieferung kos- tenlos durchzuführen, künftig standar- disierte Verträge zu nutzen und unter- jährige Verträge abzuschließen. Die Thüga habe nicht zur Diskussion gestanden, da E.ON weitreichende Än- derungen in wichtigen Stadtwerken vor allem im Norden der Bundesrepub- lik zugesagt habe. Außerdem sei die vertikale Integration das Ziel der Fusi- on gewesen. „Da der Absatz des Erd- gases in Deutschland gesichert wer- den muss, brauchen wir die vertikale Integration. Endkunden sichern den Wettbewerb im Beschaffungsmarkt“, so Tacke. E.ON Energie AG und Ruhr- gas AG haben sich bereits darauf ver- ständigt, dass die Thüga-Anteile von E.ON (57,26 %) auf Ruhrgas überge- hen. Ruhrgas selbst ist bereits mit 10 % an Thüga beteiligt.Eine Prognose zur künftigen Ent- wicklung der Gas- und Strompreise wollte der Staatssekretär nicht wagen. Allerdings solle die Fusion der Konzerne den Wettbewerb entfachen, „und Wett- bewerb dient den Verbrauchern“. Tacke geht außerdem davon aus, dass der Zu- sammenschlussfürmehrBeschäftigung im bundesdeutschen Energiemarkt sorgt.„OhneVeränderungenwürdekein neuer Arbeitsplatz entstehen.“ TrotzdesAufstiegsdesVerbundesvon E.ON und Ruhrgas zu einem bedeuten- den europäischen Player seien die Eu- ropäische Kommission oder das eu- ropäischeWettbewerbsrechtvonderFu- sion nicht betroffen, sagte Tacke weiter. Klagen gegen den Entscheid sieht der Staatssekretär gelassen entgegen. „Ich gehe davon aus, dass die Genehmigung gerichtsfest ist.“ Cerstin Gammelin nehmen erhalten bleiben und in Wett- bewerb zur Ruhrgas treten“, begründe- te Tacke die Möglichkeiten für einkünftig stärkeresMitspracherechtder Kommunen.Der neue Inve-stor, der Tackezufolge aus demIn- oder Auslandkommen könne,werde eingehendhinsichtlich sei-ner Unterneh-mensstrategie ge-prüft. „Das Wirt-schaftsministeri-um hat sich einenZustimmungs-vorbehalt gesi-chert.“ Die Win-tershall AG als ei-ner der VNG-Ge- sellschafter hat bereits Interesse an wei- teren Anteilen signalisiert. Außerdem muss sich E.ON von Be- teiligungen an der Oldenburger EWE AG (27,4 %), an der Gelsenkirchener Gelsenwasser AG (80,5 %), an der swb AG Bremen (24,1 %) sowie an der Bay- erngas GmbH (22 %) in München tren- nen. Die Ruhrgas-Beteiligungen an swb (11,3 %) und Bayerngas (22 %) bleiben von den Auflagen unberührt. Die Aufla- ge zur Abgabe von Gelsenwasser wird in Gaswirtschaftskreisen als Zugeständnis an die RWE AG gewertet, die mit dem Großunternehmen ihre Wasserversor- gungs-Aktivitäten arrondieren könnte. E.ON und Ruhrgas wurden außer- dem verpflichtet, in den kommenden drei Jahren 75 Mrd. kWh kontrahiertes, als vertraglich gesichertes Import-Erd- gas per Auktion an Wettbewerber abzu- geben. Tacke verteidigte die als schwach kritisierte Auflage mit dem Hinweis, auch durch diese Menge könne der Handel forciert werden. Außerdem sieht das Auflagenpapier vor, dass Un- ternehmen, die heute zu 100 % Erdgas von der Ruhrgas beziehen würden, die- sen Anteil künftig auf 80 % reduzieren könnten. Eine weitere Auflage bezieht sich auf Wettbewerb will Tacke vor allem auf der Ferngasstufe schaffen. Ihre Beteili- gungen an der Verbundnetz Gas AG (VNG), Leipzig, müssen E.ON (5,26 %) und Ruhrgas (36,84 %) innerhalb der nächsten sechs Monate abgeben. Gleichzeitig verfügte das Wirtschafts- ministerium, dass die an der VNG betei- ligten Kommunen ihren Unterneh- mensanteil von bisher 15,79 % auf mindestens 25 % – die Sperrminorität im Aktienrecht – aufstocken können. Ein strategischer Investor könne maxi- mal 26 % an der VNG erwerben. „Kein Aktionär soll einen beherrschenden Einfluss ausüben können, die VNG soll als unabhängiges ostdeutsches Unter- den durch strenge Auflagen zur Minis- tererlaubnis praktisch ausgeglichen. Der Rückzug der internationalen Gas- produzenten BP, Exxon Mobil und Shell aus der Ruhrgas und ihre eigen- ständigen Ambitionen könnten den Wettbewerb in Deutschland beflügeln. Am Ende könnten so die gesamtwirt- schaftlichen Vorteile der Fusion inter- national überwiegen, ohne dass der hei- mische Wettbewerb auf der Strecke bleibe. „Ich habe die Einwände der Mo- nopolkommission und von Wettbewer- bern gegen die Fusion sehr ernst ge- nommen“, ergänzte Tacke.Eine unternehmerische Weiterent- wicklung der Ruhrgas in der derzeiti- gen Aktionärsstruktur wäre nur einge- schränkt möglich gewesen, erläuterte der Staatssekretär. Unterschiedliche Gesellschafter hätten möglicherweise eine einheitliche Unternehmenspolitik und eine verbesserte Kapitalausstat- tung blockiert. Damit wäre der Essener Gaskonzern im europäischen Wettbe- werb langfristig handlungsunfähig ge- worden, was zu einer Gefährdung der Versorgung Deutschlands mit Erdgas geführt hätte, so die Einschätzung aus dem Wirtschaftsministerium. „E.ON hat uns zugesagt, mittelfristig sechs bis acht Milliarden Euro in die Ruhrgas zu investieren“, so Tacke. Da- mitwerdedieVersorgungderBundesre- publik gestärkt. Denn Ruhrgas könne sich künftig neben dem Abschluss lang- fristiger Lieferverträge verstärkt an Gas- produzenten oder Gasfeldern beteiligen, sagte der Staatssekretär und verwies auf die Ankündigung der russischen Erdgaswirt- schaft, die für die kommen- denJahrzehnteeinenInvesti- tionsbedarf im dreistelligen Milliardenbereich veranschlagt. Das Ri- siko dieser künftig von E.ON getragenen Investitionen der Ruhrgas in die russi- sche Gaswirtschaft ließ sich der Düssel- dorfer Konzern politisch sichern: Durch dievertikaleIntegrationseinerKapazitä- ten auf der Import-, Ferntransport- und Endverteilebene. ZEITUNG FÜR DEN ENERGIEMARKT B 13052 E 13-14/2002 15. Juli 2002 Bayerngas-ChefUlrich Mössnerfreut sich überreges Interesse anseinem Unterneh-men nach der Mi-nistererlaubnis 8 Karl Ekkehard Sesterbekam für die Frei-burger GWE denContracting-Awardfür ein Industrie-Heizkraftwerk inHeidenheim 12 Die Seite 4: Wie Stadtwerke ihren Platz im liberalisierten Markt sichern http://www.powernews.org powernews@energiemarkt.net PREISE UND MÄRKTE ______3 GASMARKT ________________6 CONTRACTING ____________12 INFORMATIONSTECHNIK __16 KWK KOMPAKT __________22 TERMINE ________________31 Wie erwartet, sprach Dr. Al- fred Tacke, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsmi- nisterium, am 5.Juli in Berlin gegen erhebliche Bedenken von Wettbewerbshütern die sogenannte und lange diskutierte Ministererlaubnis gemäß Paragraph 42 GWB aus. Die Düsseldorfer E.ON AG darf danach die Mehrheit an der Ruhrgas AG, Essen, übernehmen. „Damit entsteht ein lei- stungsfähiges Unternehmen, das durch seine vertikale Integration auf lange Sicht international wettbewerbsfähig ist und dadurch für Deutschland den Erdgasbezug sichert“, sagte Tacke zur Begründung seiner Entscheidung. Im Zuge des Verfahrens waren 45Unternehmen gehört worden. E.ON und Ruhrgas haben die mit der Erlaub- nis verbundenen Auflagen akzeptiert. Nachdem sich E.ON in den letzten Ta- gen auch mit Exxon Mobil, Shell und TUI (Preussag) auf die Übernahme von deren Anteilen (40%) an Ruhrgas geei- nigt hatte, wird der Düsseldorfer Kon- zern Ruhrgas voraussichtlich zu 100 % übernehmen. Nach Informationen aus dem Bundeswirtschaftsministerium wird die Transaktion E.ON etwa 10Mrd. Euro kosten.Das Bundeskartellamt hatte den Zu- sammenschluss unter Hinweis auf wettbewerbliche Nachteile für den In- landsmarkt untersagt; auch die Monopolkommission hatte sich dagegen ausgesprochen. Die Ruhrgas besitzt durch ihren hohen Anteil am deutschen Gasmarkt – 58 % des in Deutschland verbrauchten Erdgases stammen aus Ruhrgas-Lieferungen – bereits eine beherrschende Stellung. Diese würde durch den Zusammen- schluss noch verstärkt, argumentierten die Wettbewerbshüter.Tacke sagte in Berlin, die diskutier- ten wettbewerblichen Nachteile wür- In der Zukunft müssen Kundenda- ten analytisch genutzt werden, um den Wirkungsgrad von Marketing und Vertrieb zu verbessern, zeigt eine Studie der Unternehmensbera- tung Accenture für den Chemnitzer Energieversorger envia 16 ® Politik for-dert Investi-tionen Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Übernahme von Ruhrgas durch E.ON mit dem Ziel genehmigt, den deutschen Gasmarktführer auch international zu stärken. Auflagen sol- len den Wettbewerb in Deutschland in Fahrt bringen. Postvertriebsstück–Entgeltbezahlt Ulrich Hartmann: E.ON am Ziel ihrer Wünsche Burckhard Bergmann will mit Geld von E.ON Investitionen sichern Im Vergleich mit den anderen großen Gasunternehmen dominiert Ruhrgas den deutschen Markt auf den Gebieten Import und Ferntransport E.ON/Ruhrgas: Ab ins Ehebett Ruhrgas RWE Gas/Thyssengas/ BEB VNG Wintershall/Wingas GVS RWE Dea EnBW/ENI Transportnetz 10 840 km 10 600 km 3500 km 7290 km 1900 km 1881 km Absatz in 557 Mrd. kWh 220 Mrd. kWh 180 Mrd. kWh 151 Mrd. kWh 121 Mrd. kWh 74 Mrd. kWh Deutschland 2001 (inkl. Verteilung) Eigene Gewinnungs- – Deutschland, Deutschland – Deutschland, – aktivitäten in: Norwegen, Ägypten, Niederlande, Libyen, Dubai, Kasachstan Argentinien Importverträge mit Niederlande, Niederlande, – Norwegen, Russland – Produzenten in Norwegen, Norwegen, Russland, Russland, Russland, Dänemark Großbritannien Großbritannien eine Regulierung wie in Kalifornien Postvertriebsstück–Entgeltbezahlt ENERGIE&MANAGEMENT ENERGIE&MANAGEMENT ZEITUNG FÜR DEN ENERGIEMARKT B 13052 E 5/2001 1. März 2001 Vor einem Jahrhaben die Stadtwer-ke Jena-Pößneckihren Strom-Ein-zelhandel verpach-tet, Till Noackzieht Bilanz 18 Holz gibt es genug, doch Investoren und Contractoren warten vor Inve- stitionen in Heizkraftwerke noch auf die Biomasse-Verordnung, die konkrete Anforderungen an Brenn- stoffqualität und Emis-sionen festschreiben soll Unterstützung derStadtwerke beimStrom- und Gas-handel bietet DieterNagel mit seinem Die Seite 4: Nachhaltiges Wirtschaften Der Presseclub in Berlin ist nicht weit vom Sitz des Bundeswirtschaftsministers Werner Müller entfernt, der mit ei- ner Regulierung des liberalisierten Gasmarktes droht, sollten die Wirt- schaftsverbände nicht schleunigst die Verbändevereinbarung Gas neu for- mulieren. Müller macht Druck, weil er auch Druck aus Brüssel hat: Ende März spätestens will er ein Papier auf dem Schreibtisch, das Durchleitung, Engpassmanagement und Speicher- zugang befriedigend regelt. „In der öffentlichen Liberalisie- rungsdiskussion wird von interes- sierter Seite der Eindruck vermittelt, dass es keinen funktionierenden Gaswettbewerb in Deutschland gibt“, sagte Späth in Berlin, und er sag- te, dass er anderer Meinung ist. An sechs Kernpunkten machte der im Juni aus dem Vorstand scheidende Ruhrgas-Chef seine Position klar: G Ruhrgas gestaltet die neuen Markt- bedingungen aktiv mitG Deutschland gehört zu den Vorrei- tern in der EU – Ziel muss die Chan- cengleichheit für Unternehmen in allen EU-Ländern seinG Regulierung ist die schlechtere Lö- sung – sie führt in die Verknappung und nicht zu niedrigen Preisen G Händlerinteressen werden zum Maßstab der Liberalisierung, aber Händler übernehmen keine Verant- Anzeige MDE 160 breit x 75 hoch NACHRICHTEN _____________ 3 CONTRACTING _____________ 7 ERNEUERBARE ENERGIE _____ 8 STROMHANDEL ____________ 12GASMARKT ________ 22 http://www.powernews.org powernews@energiemarkt.net bereiterklärt, die Speicher zu öffnen und Speicherangebote zu machen. E&M: Worum wird dann noch ge- stritten? Späth: Das ist ein Punkt der Ver- bändevereinbarung, zu dem ich mich nicht äußern möchte, aber letztlich geht es natürlich um die Konditio- nen. E&M: Darum, dass Sie so wie bei der Durchleitung Geld verdienen wollen-… Späth: Das ist das Ziel, denn wir können Dritten keine kostenlose Dienstleistung anbieten. Im Augen- blick ist es so, dass die Industrieseite Gebührenvorstellungen hat, die mit Sicherheit wirtschaftlich nicht aus- reichend sind.E&M: Sie lehnen eine Regulierung ab, aber wenn sie denn käme, dann müsse sie vernünftig sein: Was ist denn eine vernünftige Re- gulierung? Späth: Regulieren ist nichts anderes als Staatswirtschaft, und die geht erfahrungsgemäß nicht gut. Die Frage dabei ist, wie stark eingegriffen wird. Wenn es so ist wie in Kalifornien, dass die Un- ternehmen keinen Spielraum mehr haben, dann läuft es schief. Was heu- te in Brüssel vorgeschlagen wird, das geht in diese Richtung. Die vernünf- tige Regulierung beschränkt sich auf Leitlinien, die den Unternehmen Handlungsspielraum lassen. Aber ich möchte noch einmal un- missverständlich sagen: Wir wollen keine Regulierung.E&M: Wie schätzen Sie das Volu- men an Fremdgas ein, das die Ruhr- gas durch ihr Leitungsnetz transpor- tieren wird? Späth: Ich vermeide es, über Din- E&M: HerrSpäth, seriöseVertreter derGaswirtschaftgehen davonaus, dass derS p o t m a r k tmittelfristigetwa 20 Pro-zent des Erd-gasabsatzesausmachenwird unddass die Prei-se auch umdiesen Pro-zentsatz fal-len werden:Stimmen Sieüberein? Späth: Ich würde mich hüten, solche Zahlen zu nennen. 20 Prozent Spotmarkt wären immerhin mehr als zehn Milliarden Ku- bikmeter, ich kann nicht erkennen, wo die her- kommen sollen, denn diese Mengen gibt es nicht frei auf dem Markt. Und was die Preise be- trifft, die werden wahrscheinlich in den nächsten Monaten fallen, aber nicht wegen des Spotmarktes, sondern weil die Energiepreise, auch der Ölpreis, generell wieder runtergehen.E&M: Die Erdgasspeicher spie- len im Wettbewerb eine wichtige Rolle, die Öffnung wird von der EU und auch von Wirtschaftsminister Müller angemahnt. Gibt es dabei eine Grenze, wo Sie sagen, mit mir nicht? Späth: Wir haben uns doch wortung für die Versor- gungssicherheitG-Die Durchleitung in Deutschland funktio- niert – eine Springflut von Transportverträgen ist aufgrund der Markt- gegebenheiten nicht zu erwarten G In Deutschland herrscht ein intensiver Gas-zu-Gas- Wettbewerb – dies darf aber nicht nur am Krite- rium Lieferantenwechsel gemessen werden.Zu den laufenden Verhandlungen zu der Verbändevereinbarung schwieg sich Späth mit dem Hinweis aus, dass Stillschwei- gen vereinbart worden sei.Es gehöre zu Veränderungspro- zessen, dass der „Sympathiebonus bei den Newcomern“ liegt, so Späth, aber es sei sachlich nicht haltbar, der deutschen Gaswirtschaft „pauschal die Rolle des Bremsers“ zuzuwei- sen. Auf die Speichernutzung und das Engpassmanagement stelle sich sein Unternehmen ein, sagte Späth, und bei der Durchleitung und der Entgeltsystematik verwies der Ruhr- gas-Vorstandsvorsitzende auf einen Vergleich der EU, der zeigt, dass die Ruhrgas die günstigsten Durchlei- tungsgebühren in Europa hat. Späth warnte davor, den Gasmarkt zu regulieren: „Wenn es in Europa Zu Hirn- gespinstenkeinenKommentar Am 8. Februar, einen Tag vor seinem 65. Geburts- tag, lud Ruhrgas-Chef Friedrich Späth Journalisten nach Berlin zu einer Pressekonferenz ein. Seine Botschaft: Der Gaswettbewerb funktioniert, eine Regulierung würde die Versorgungssicherheit in Spät(h)e Offensive „Regulieren istStaatswirtschaft“ E&M-Interview mit Friedrich Späth, Vorsitzender des Vor- standes der Ruhrgas AG, Essen. Friedrich Späth: „Wir machen Speicherangebote“ Transportentgelte in Europa, Preis in £/MWh, Distanz 100 km I N T E R V I E W Quelle:EU-DGTREN/A/2 E&M 2002 13-14titel_E&M 2002 13-14.qxd 12.06.14 11:57 Seite 1 Der Verkauf der Ruhrgas an Eon schlug 2002 große Wellen. Wir dokumentieren noch mal mit dem Originaltext von damals den politischen Ablauf ENERGIEMARKT 20028 Von: Robert Beck An: E.ON Betreff: Zuverlässige grüne Energie Sonnen- und Windenergie auf Knopfdruck. Habt Ihr dafür auch ’ne Lösung? Hallo Herr Beck, die haben wir: intelligente Steuerungs- und Speichersysteme. Die natürlichen Schwankungen von Sonnen- und Windenergie sind eine der größten Herausforderungen für unsere Energiezukunft. Doch wir haben bereits eine Lösung: intelligente Steuerungs- und Speichersysteme. Auf Pellworm können wir damit Erneuerbare Energie so intelligent erzeugen, speichern und verteilen, dass immer genug für alle da ist. Und wir bauen diese Technik in Deutschland weiter aus. Damit Energie sicher, umweltfreundlich und bezahlbar bleibt. www.eon.de

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