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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

52 connecting markets Im Zentrum des europäischen Energiehandels www.eex.com Energy Risk Award: EEX und ECC ausgezeichnet als „Börse und Clearinghaus des Jahres 2014“ Die European Energy Exchange (EEX) ist mit über 250 Teilnehmern aus 25 Ländern die führende europäische Energiebörse. Sie betreibt sichere, liquide und transparente Märkte für Strom, Erdgas, Emissionsberechtigungen, Kohle und Herkunfts- nachweise. Im Zuge ihrer Beteiligung an der Cleartrade Exchange (CLTX) wird dieses Portfolio um die Märkte für Fracht, Eisenerz, Schiffsdiesel und Dünger ergänzt. Clearing und Abwicklung aller Handelsgeschäfte übernimmt das Clearinghaus European Commodity Clearing (ECC). : Herr Professor Hennicke, Sie haben 1985 mit Jeffrey P. Johnson, Ste- phan Kohler und Dieter Seifried das Buch ‚Die Energiewende ist möglich‘ veröffentlicht. Kann man sagen, dass die Energiewende in Deutschland mit diesem Buch begonnen hat, oder ist das zu viel der Ehre? Hennicke: Der eigentliche Kopf des internationalen Umdenkens war der Amerikaner Amory Lovins. Er hat zwi- schen dem sanften Energiepfad und dem harten, großtechnischen Pfad mit seinem Artikel in ‚Foreign Affairs‘ 1976 und mit seinem Buch‚Soft Ener- gy Paths‘ 1977 unterschieden. Diese intellektuellen Hauptimpulse wurden 1980 vom Öko-Institut mit dem Buch ‚Die Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran‘ von Florentin Krause, Hartmut Bossel und Karl-Friedrich Müller-Reißmann auf- genommen, in dem zum ersten Mal für Deutschland die kühne Projektion aufgemacht wurde, dass es möglich ist, bis 2030 aus der Atomenergie und im wesentlichen aus den fossilen Energieträgern auszusteigen, wenn man 50 Prozent Energie einspart und die Erneuerbaren entsprechend voranbringt. : Und dann kam Ihr Buch. Hennicke: ‚Die Energiewende ist möglich‘ war der erste Entwurf, wie man die Energiewende in Ordnungs- politik, Wirtschaftspolitik sowie eine grundlegende Umgestaltung des Stromsektors umsetzen kann. Histo- risch eingeordnet war das Energie- wende-Buch von Krause, Bossel und Müller-Reißmann der eigentliche Im- pulsgeber, und wir waren diejenigen, die aus der Szenarien- Community mitten in die Energiewende und die etablierte Energiewirt- schaft hinein geschrieben haben – nicht zur Freude vieler. Einer Fachzeitung – nicht E&M – war das 1986 nur eine hämische Notiz wert. Das ist jetzt 30 Jahre her. : Wie ging es dann weiter? Hennicke: Nach Tschernobyl 1986 haben wir im damaligen hessischen Umweltministerium unter Joschka Fischer den Ball aufgenommen und Alternativen zur Atomenergie als Aus- stiegsszenarien entwickelt. Das war ein wichtiger Impuls für den wissen- schaftlichen Konsens, den wir heute haben und der damals undenkbar war: Dass der Ausstieg aus der Atom- energie im Grunde genommen pro- blemlos technisch machbar ist mit erneuerbaren Energien und Energie- effizienz. Er kostet nur Zeit und muss geordnet und strategisch durchdacht vorgenommen werden, wenn man gleichzeitig den Klimaschutz so ernst nimmt, wie man ihn nehmen sollte. Das ist vielleicht der größte Erfolg in der langen und zähen Debatte, die mit der sehr bildhaften Vorstellung begonnen hat, dass man entweder einen harten oder einen weichen Pfad in der Energieversorgung gehen kann. :Was verbarg sich hinter dieser Alternative? Hennicke: Amory Lovins hat da- mals auch friedenspolitische Über- legungen angestellt. Die Frage der Versorgungssicherheit und die mi- litärischen Implikationen, die wir ja jetzt in der Ukraine hautnah wieder mitbekommen, hängen sehr eng zu- sammen. Der weiche Pfad bedeutet, dass man die Energieversorgung in die Gesellschaft zurücknimmt – auf Basis modernster Technik. : Wie war die Rollenverteilung in ihrem Autorenteam? Hennicke: Stephan Kohler hat sich damals kritisch mit Reaktorsicherheit beschäftigt und hat die Fragen Netze, Großraumverbundwirtschaft und alternative Netzstrukturen intensiv bearbeitet. Dieter Seifried hat sich „Ihr müsst Euch um die Nachfrageseite kümmern“ Peter Hennicke war 1985 Co-Autor des Buches„Die Energiewende ist möglich“. Was damals ein revolutionäres Szenario für den Umbau der Energieversorgung war, ist heute wissenschaftlicher Konsens. Jetzt ist für ihn dasThema Effizienz die Achillesferse der Energiepolitik. VON TIMM KRÄGENOW Peter Henni e veröffentli te 1985 zusammen mit Jeffrey P. Johnson, Stephan Kohler, dem heutigen Chef der Deuts en Energie-Agentur, und Dieter Seifried (heute Ges ä sführer des Büros Ö-quadrat in Freiburg) das Bu ‚Die Energiewende ist mögli ‘. Ab 1992 leitete Henni e die Abteilung Energie des Wuppertal Institutes, von 2003 bis 2008 war er dessen Präsident. „Man kann entweder einen harten oder einen weichen Pfad in der Energieversorgung gehen“ Wissen!Informiert sein. Sa li , neutral, aktuell. Abonnieren Sie je t Energie & Management • S loß Mühlfeld • 82211 Herrs ing • Fax: 08152/9311-22Energie & Management • S loß Mühlfeld • 82211 Herrs ing • Fax: 08152/9311-22 www.energie-und-management.de • bestellung@emvg.de e&m_allg_105x51.indd 1 04.04.14 09:21 1. Juli 2014ENERGIEMARKT Bild:WuppertalInstitut

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