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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

20 Jahre E&M regiocom gratuliert www.regiocom.com Schweiz droht Sonderfall in Energie-Europa zu werden Bis in die Nuller-Jahre führten Schweizer Stromunternehmen im europäischen Stromhandel. Diese Führung ist dahin und auch der Anschluss an Stromeuropa, wo die Schweiz zum Sonderfall zu werden droht. VON MARC GUSEWSKI gehen soll. Die durchschnittlichen Stromgestehungskosten für sanier- te Wasserkraftwerke und die alten Kernkraftwerke in Beznau sowie Mühleberg liegen über den Markt- preisen. Die wirtschaftliche Verantwor- tung für die Strom- und Gasversor- gung liegt in den Händen einiger hundert Kommunen, der 26 Kanto- ne sowie der etwa 100 grossen Städ- te, deren Interessen oft gegenläufig sind. Über das Ganze baut das eid- genössische Parlament eine Ener- gie- und Umweltgesetzgebung, die nur dann Erfolg hat, wenn sie die- sen Interessen weitgehend gerecht wird, und die aber stets nur den kleinsten gemeinsamen Nenner berücksichtigen kann. Der Gasmarkt entspricht etwa einem Umsatz von 1 Mrd. Euro, das ist so viel, wie die Schweiz für Flug- zeugtreibstoffe ausgibt – spielt also keine Rolle. Weder bei der Indus- trie, abgesehen vielleicht von fünf- zig Grossbetrieben, noch bei den Haushalten dürften die Stromkos- ten am Budget ein bis zwei Prozent überschreiten. Eine Besonderheit ist, dass man aus historischen Gründen französische Kernkraft, an der die Schweiz teilweise betei- ligt ist, nach Italien exportiert und daher einen regen Handel mit den Nachbarn pflegt. Das Alpenland verfügt über ein gut ausgebautes Verbundnetz, das heute von der Swissgrid bewirtschaftet wird und dessen künftige Rolle ungeklärt ist. Energiepolitisch vieles erst in Jahren klar Neben der Energiemarktregu- lierung sind der Atomausstieg („Energiestrategie 2050“) sowie die Klimapolitik weitere Baustellen, um deren Ausgestaltung das eid- genössische Parlament ringt. Hier 1. Juli 201450 SCHWEIZ Schweizer Lichtkunst am Kernkraftwerk Gösgen-Däniken 3 Bild:Joho Die sichere Erdgasversorgung ist unser Auftrag. Dafür betreiben wir einige der größten europäischen Erdgasspeicher in Deutschland und Österreich. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung bietet Ihnen astora intelligente Speicherlösungen, die optimal zu Ihrem Bedarf passen. Unser Expertenteam steht Ihnen gerne unter 0561 / 301-1433 Rede und Antwort. Oder besuchen Sie astora im Internet unter www.astora.de. Wir speichern Erdgas. Zum Beispiel 4,4 Milliarden Kubikmeter in Westeuropas größtem Erdgasspeicher in Rehden. Erdgas speichert man nicht in Tuben. W ir haben eine neue Realität.“ Mit diesen Worten schlug Alpiq- Konzernlenkerin Jas- min Staiblin Anfang Juni neue Töne für die schweizerische Stromwirt- schaft an. „Wir stellen uns dieser Realität auf der einen Seite mit Be- geisterung, weil wir Opportunitäten sehen. Andererseits“, sagte die CEO des grössten schweizerischen Strom- konzerns, „müssen wir uns im klas- sischen Geschäft neu positionieren im proaktiven Sinn. Damit wir unsere saubere erneuerbare Wasserkraft, unsere Schweizer Ressource, wieder wettbewerbsfähig betreiben kön- nen. Denn im Moment sieht es mit der Wettbewerbsfähigkeit überhaupt nicht gut aus.“ Der Energiemarkt entspricht vom Volumen etwa dem von Baden-Würt- temberg und ist im Umbruch: Rund 80 Prozent der Energie werden durch Erdöl- und Erdgasimporte gedeckt, wobei Brennstoff mit einer CO2- Abgabe belegt wird. Ein Anschluss ans europäische Emissionshandels- system wird gesucht, ist aber unge- wiss. Der jährliche Stromverbrauch beträgt 60 Mrd. kWh, für die das Land 8 Mrd. Euro ausgibt. Der Strom wird je zur Hälfte in den eigenen Wasser- kraft- und in den fünf Kernkraft- werken erzeugt, wobei der kleinste Reaktor, Mühleberg, 2019 vom Netz

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