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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

1. Juli 2014 49ÖSTERREICH SAG GmbH · Pittlerstraße 44 · 63225 Langen · T +49 6103 4858-0 · F +49 6103 4858-389 · E info@sag.eu · I www.sag.eu PARTNER FÜR DIE ENERGIETECHNISCHE INFRASTRUKTUR Die SAG ist der führende Service- und Systemlieferant für Strom-, Gas-, Wasser- und Kommunikationsnetze sowie für An- lagen rund um die Erzeugung, Bereitstellung und Anwendung von Energien und Medien in Europa. Über 100 Standorte in Deutschland gewährleisten flächendeckenden Service für regionale und kommunale Energieversorger, Industrieunter- nehmen, Kraftwerksbetreiber und Verkehrsbetriebe. Die SAG ist Ihr Partner für alle Fragen zwischen Kraftwerk und Steck- dose – dienstleistungsorientiert und innovativ. SAG GmbH gewinnt den HERMES AWARD 2014 mit INTELLIGENTES VERTEILNETZMANAGEMENT AZ_SAG_Image_E&M_20.J_210x75_7-2014.indd 1 13.06.14 17:45 D a hatte eine rot- grüne Regierung jahrelang mit den Energiekonzernen den Atom- ausstieg verhandelt, den die breite Mehrheit der Be- völkerung in Deutschland wollte. Die Regierung Schrö- der mit ihrem parteilosen Wirtschaftsminister Werner Müller und dem grünen Um- weltminister Jürgen Trittin brachte tatsächlich am 14. Juni 2000 eine Vereinbarung mit RWE, Eon, EnBW und Vattenfall zustande, mit der klaren Perspektive: Etwa 2021 läuft in Deutsch- land kein Kernkraftwerk mehr. Die Ende April  2002 in Kraft getretene Novelle des Atomgesetzes legte, orientiert an einer Lebensdauer von 32 Jahren, über- tragbare Reststrommengen für die ein- zelnen Meiler fest, es herrschte nun die auch heute allseits geforderte Planungs- sicherheit. Bis – ja, bis die inzwischen an die Regierung gekommene schwarz-gelbe Koalition eine Laufzeitverlängerung beschloss. Die durch die Wirtschafts- und Finanzkrise  2008 aufgeschreckte Bundesregierung folgte dem Ruf der Atomlobby, die sich nicht mit dem Aus- stieg abgefunden hatte. Der Rückzieher wurde am 28. Oktober 2010 vom Deut- schen Bundestag mit der Regierungs- mehrheit abgesegnet. Ältere Meiler sollten nun acht, jüngere 14 Jahre länger laufen als ursprünglich vorgesehen. Ausstieg aus dem Ausstieg – Volkes Wille zählte da nicht. Doch als die durch ein Erdbeben mit folgendem Tsunami am 11.  März  2011 ausgelöste Reaktorkatastrophe von Fukushima der Welt vor Augen führte, dass es den Supergau sehr wohl auch in einem technologisch si- cher geglaubten Land geben kann, vollzog die Bundes- regierung vor der ungläubig staunenden Öffentlichkeit eine erneute sprunghafte Wende: Unvergesslich, wie die Kanzlerin Angela Merkel bleich in die Kameras sagte, ihre Sichtweise habe sich durch Fukushima verändert, und ihr Umweltminister Norbert Röttgen vor Erschütterung fast stammelte. Zunächst werden die sieben ältesten KKW sowie der störanfällige Reaktor in Krümmel unter ein Moratorium ge- stellt. Auf einmal ist das Bekenntnis zur Unverzichtbarkeit der Kernenergie Ma- kulatur: Die Versorgungssicherheit sei durch die vorläufige Betriebspause nicht gefährdet, sagt Wirtschaftsminister Rainer Brüderle. Später gibt er öffent- lich zu, das Moratorium sei wegen der anstehenden Landtagswahlen (NRW, Rheinland-Pfalz und Baden-Württem- berg) verkündet worden. Genützt hat es nichts: Die Wähler im Ländle haben die Nase voll von zig Jahren schwarzer Regierung, ausgerechnet hier kommt der erste grüne Ministerpräsident 2011 ins Amt. Im Juni schließlich verkündet die Bundesregierung den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg. Noch vor der Sommerpause verabschiedet der Bundestag das wiederum entsprechend novellierte Atomgesetz (Abschaltung des letzten Meilers: Ende 2022). Da war er, der eigentlich die Ener- giewende umsetzen sollte, schon nicht mehr da: Ihren Umweltminister Norbert Röttgen hat die Kanzlerin geschasst, weil er die NRW-Wahl versemmelt hat. Auch das ein Hammer!  RÜCKBLICK Das war der Hammer! Der energiepolitische Dreifach-Axel Drehsprünge kommen im Eiskunstlauf gut an, wenn sie gelingen − in der Politik weniger. -Korrespon- dentin Angelika Nikionok-Ehrlich alle Versuche, als Reaktion darauf einen einheitlichen Energie- oder wenigstens Stromkonzern zu schaffen – Insidern zufolge unter anderem an persönlichen Dissonanzen führender Akteure in den potenziell beteiligten Energieunter- nehmen. Der „Ausverkauf“ der E-Wirt- schaft unterblieb dennoch, weil das Mehrheitseigentum der öffentlichen Hand am Verbund und den vormaligen Landes-Elektrizitätsversorgern verfas- sungsrechtlich abgesichert wurde. Ein Dauerthema der vergangenen zwei Jahrzehnte war außerdem der Infrastrukturausbau – sowohl was Er- zeugunganlagen als auch Strom- und Gasleitungen betrifft. So benötigten der Verbund beziehungsweise dessenToch- terunternehmen Austria Power Grid angesichts der komplexen Genehmi- gungsverfahren rund 20 Jahre, um das Placet für den Bau einer 380-kV-Leitung durchs steirische Kainachtal zu erhal- ten. Seit Herbst 2011 ist die Leitung, ein wichtiger Teil des 380-kV-Sicherheits- ringes des Übertragungsnetzbetreibers APG, in Betrieb. Über ein weiteres Teil- stück, die Salzburgleitung, wird nach wie vor erbittert gerungen. Im Zuge der Umsetzung derWasserrahmenrichtlinie der EU katzbalgen sich Befürworter und Gegner um den Bau neuer Wasserkraft- 49ÖSTERREICH werke (Kleinanlagen ebenso wie große Pumpspeicher). Der Wiener Energie- wirtschaftler Reinhard Haas spricht dabei vom Banana-Prinzip: „Build absolutely nothing anywhere near an- ybody“. Vergeblich blieben die Bemühungen der OMV, mit der Pipeline Nabucco zur Diversifizierung der Gasversorgung der EU und zur Öffnung des viel dis- kutierten Südlichen Korridors beizu- tragen. Zu vermerken ist, dass die Na- bucco ebenso wie die Salzburgleitung und mehrere andere österreichische Leitungs- sowie Kraftwerksprojekte Aufnahme in die Liste der Projects of Common Interest (PCIs) der EU-Kom- mission fanden. Dies unterstreicht die Drehscheibenfunktion Österreichs im europäischen Strom- und Gashan- del, die mit der geplanten Vollendung des Energiebinnenmarktes noch an Bedeutung gewinnen könnte. Stark erweitert wurde seit 1994 auch die Stromerzeugung mittels neuer er- neuerbarer Energien wie Wind und Photovoltaik. Auf Basis des seit 2003 in Kraft befindlichen und mehrfach novellierten Ökostromgesetzes stieg der Anteil des geförderten Ökostroms (exklusive Kleinwasserkraft) an der gesamten Stromabgabe von rund 1,2 Prozent im Jahr 2003 auf 9,1 Pro- zent im Jahr 2013. Außerdem hat sich auch das Unterstützungsvolumen er- höht – von 70 Mio. Euro im Jahr 2003 auf 485 Mio. im Jahr 2013. Eine Kosten- explosion blieb aber aus, da die För- dermittel gedeckelt waren und es nach wie vor sind. Aktuell sind die Diskussionen über das Energieeffizienzpaket im Gang, mit dem die Energieeffizienzrichtlinie der EU umgesetzt werden soll. Neu- esten Äußerungen von Regierung und Opposition zufolge dürfte es schwierig werden, die nötige Zweidrittelmehr- heit zustande zu bekommen. Im Raum steht auch eine weitere Novelle des Ökostromgesetzes, die nicht zuletzt seitens der E-Control angedacht wird. Offen ist, wie es mit der Gaspipeline South Stream weitergeht. Laut einer Grundsatzvereinbarung zwischen OMV und Gazprom soll diese zum Central European Gas Hub in Baum- garten geführt werden. Die Querelen um die Ukraine könnten ihren Bau aber gefährden. Auf dem Weg in die Zukunft Aufsehen erregte kürzlich der Ver- bund mit dem Beschluss, wegen der Seit 1996 sind das bayerische und das österreichische Ferngasnetz verbunden Bild:OMV Verwerfungen auf den Strom- großhandelsmärkten thermische Kraftwerke mit einer Gesamt- leistung von 1 382 MW zeitwei- lig beziehungsweise endgültig stillzulegen. Wie sich dies auf die Netzstabilität und die Ver- sorgungssicherheit auswirkt, ist Gegenstand angeregter Debatten. Auch die Frage, ob in Österreich Kapazitätsmechanismen einge- führt werden sollen, wird inten- siv diskutiert. Angesichts dessen dürfte auch in den kommenden Jahren mancherlei über den ös- terreichischen Energiemarkt zu berichten sein.  LichtBlickLichtBlickLichtBlick MACHTMACHTMACHT KRAFTWERKE INTELLIGENT. KRAFTWERKE INTELLIGENT. KRAFTWERKE INTELLIGENT. KRAFTWERKE INTELLIGENT. KRAFTWERKE INTELLIGENT. KRAFTWERKE INTELLIGENT. 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