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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

1. Juli 2014 D as Jahr 1994 war nicht nur das der Gründung von E&M, son- dern auch jenes der Volksab- stimmung über den EU-Bei- tritt Österreichs. Am 12. Juni votierten 66,6 Prozent derer, die zur Abstimmung gingen, für den Beitritt, der am 1. Januar 1995 vollzogen wurde. Im Wesentlichen bedeutete dies die Fortsetzung des eingeschlagenen Kurses: Als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) hatte Österreich bereits zuvor die Gesetzgebung der Gemeinschaft nach- zuvollziehen. In energiewirtschaftlicher und -politischer Hinsicht hieß dies, den Strom- und Gasmarkt zu liberalisieren – was mit all seinen Aus- und Nebenwir- kungen das beherrschende Thema der vergangenen beiden Jahrzehnte war. Am 18. August 1998 wurde das „Elek- trizitätswirtschafts- und -organisations- gesetz“ (ElWOG) veröffentlicht und damit das „1. Energiebinnenmarktpa- ket“ der EU für die elektrische Energie umgesetzt. Das mehrfach novellierte ElWOG ist nach wie vor die Basis des stark föderalistisch geprägten öster- reichischen Elektrizitätsrechtes: Dem Vom Monopol zum Markt Die Energiemarktliberalisie- rung sowie deren Aus- und Nebenwirkungen prägten die Entwicklung der österrei- chischen Energiewirtschaft in den vergangenen 20 Jah- ren. VON KLAUS FISCHER 48 ÖSTERREICH „Energie & Management begleitet den rasanten Wandel der Energiewelt fachlich kompetent und zunehmend auch mit Blick auf innovative Lösungen. Mit ihrem gut informierten und kri- tischen Energiejournalismus ist Energie & Management für LichtBlick eine wertvolle Informationsquelle und ein wichtiger Wegbegleiter. Unser Glückwunsch für 20 gelungene Jahre und unsere besten Wünsche für die Zukunft gelten dem Heraus- geber und dem gesamten Redaktionsteam.“   Heiko von Tschischwitz, Vorsitzender des Vorstandes der LichtBli󿿩 AG, Hamburg GLÜCKWUNSCH Bild:E&M Der Speicher Haidach in der Nähe von Salzburg wird von deuschen und österreichischen Gasversorgern gemeinsam genutzt  Bild:Wingas Bund obliegt die Grundsatzgesetzge- bung, die Länder haben Ausführungsge- setze zu beschließen. Dies führt immer wieder zu taktischen Spielen, die mit Energiewirtschaft wenig zu tun haben. Auch enthalten viele Bundesgesetze zu Energiethemen „Kompetenzklauseln“, mit denen sich der Bund ermächtigt, über Dinge zu entscheiden, die lautVer- fassung Ländersache wäre. Um solche Klauseln zu beschließen, ist allerdings eine Zweidrittelmehrheit und daher seit langem die Zustimmung mindestens einer Oppositionspartei nötig. Am 1. Dezember 2000 erfolgte mit dem „Energieliberalisierungsgesetz“, das das Gaswirtschaftsgesetz (GWG) in seiner ersten Fassung enthielt, auch im Erdgassektor die Umsetzung des 1. Binnenmarktpaketes. Festgelegt wurden die vollständige Liberalisierung des Strommarktes zum 1. Oktober 2001 und die des Gasmarktes zum 1. Okto- ber 2002. Überdies wurde die Energie- Control Austria geschaffen, die heute sowohl hinsichtlich ihrer Kompetenzen als auch ihrer Ressourcen eine der am besten ausgestatteten Energieregulie- rungsbehörden Europas ist. „Role Model“ für Europa Unbestritten ist, dass Österreich die Liberalisierung gut bewältigt hat. So verwendete die EU-Kommission die AGGM Austrian Gas Grid Management AG als„Role Model“ eines„Independent System Operators“. Die AGGM war es auch, die mit Partnern aus Österreich und Deutschland sowie den Regulato- ren der beiden Länder im Herbst 2013 die Cross Border Operating Strongly Integrated Market Area (Cosima) ver- wirklichte, die erste grenzübergreifende Gashandelszone der EU. Trotz immer wieder aufflammender Debatten zwischen der Energiewirt- schaft und der E-Control über die Aus- sagekraft der Kunden-Wechselraten ist es Konsens, dass der Wettbewerb weit- gehend klaglos funktioniert, sowohl bei Industrie- als auch bei Gewerbe- und Haushaltskunden. Speziell im Bereich der Industriekunden sowie im Groß- handel an der Strombörse EXAA und am Central European Gas Hub wie auch der Gasbörse CEGHEX sind etliche aus- ländische Anbieter und Händler tätig. Gewandelt hat sich die strategische Ausrichtung der Energieunternehmen: Sie verstehen sich zunehmend als um- fassend ausgerichtete Dienstleister, die ihren Kunden nicht nur Strom, Gas und Wärme verkaufen, sondern die Deckung von deren Energiebedarf ma- nagen. Ohne Irritationen erfolgte die Libe- ralisierung indessen nicht. Speziell zu deren Beginn kam es mehrfach zu Aus- einandersetzungen über mehr oder weniger aggressive Werbeaktionen neuer Anbieter. Auch tauchten im Vor- feld der Liberalisierung Befürchtungen über eine Degradierung Österreichs zur „deutschen Stromkolonie“ (so der seinerzeitige Wirtschaftsminister Wolf- gang Schüssel) auf. Doch scheiterten NATÜRLICH – GEWINNEN SIE NEUE ENERGIE MIT UNS. WWW.GELSENWASSER.DE Als erfahrener Energiedienstleister mit kommunaler Prägung unterstützen wir Ihre Kommune bei der Entwicklung zeitgemäßer und bedarfsgerechter Energiekonzepte. Interesse? Telefon 0209 708-1935 oder loesung@gelsenwasser.de. 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