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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

1. Juli 2014 Das alles bedeutet, dass künftig in der Marktkommunikation bei den Ver- bindungen zwischen den Leittechniken eindeutige Verantwortungsübergänge bestehen, die auch entsprechenden Datenaustausch samt Bestätigungen der übernommenen Verantwortung enthalten müssen. Das geht über die bisher nur formalen Prüfungen deut- lich hinaus und bedingt nun eine neue Denk- und Handlungsweise in der Marktkommunikation. Auch das macht die professionellere Handhabung des Lebenszyklusmanagements notwen- dig, und zwar flächendeckend mit zeit- lich eng fixierten Übergängen zwischen aufeinanderfolgenden Versionen der Marktkommunikation. Immer auf den Gleichzeitig- keitsfaktor achten Immer muss darauf geachtet werden, dass der Gleichzeitigkeitsfaktor bei leis- tungsverändernden Vorgängen nicht so erhöht wird, dass die Netzregelung das Leistungsgleichgewicht nicht mehr sicherstellen kann. Der bisher domi- nierende Blick auf die Erzeugungsseite muss dringend durch Einbeziehung auch der Bezugsseite und somit auf das Lastmanagement und die Energiebe- vorratung ausgeweitet werden. Der extrem wichtige Umstand des Gleichzeitigkeitsfaktors in dem immer fragiler werdenden Energieversor- gungssystem muss auch dazu führen, dass das Abregeln und die (Fern-) Befehls­gabe zur Leistungsänderung künftig unterbleiben. Informationsströ- me sind nie vollständig gegen Beein- flussung (zufällig oder gewollt, als Folge von Fehlern oder von Störungen, mit krimineller oder terroristischer Absicht bis hin zu kriegerischen Einwirkungen –„Cyberwar“) zu sichern. Das Gesamtsystem wird infolge des Abbaues von Synchrongenerato- ren deutlich fragiler. Deshalb ist dem Thema „Gleichzeitigkeitsfaktor“ eine hohe Bedeutung beizumessen. Das kann sogar dazu führen, dass Updates der IKT-Komponenten in Gruppen und zeitversetzt oder gar bewusst stochas- tisch verteilt vorgenommen werden müssen. Auch ein sofortiger Abbruch eines Update-Vorganges wie auch ein Zurücksetzen auf die Vorgängerversion (Undo-Ver­halten) muss künftig überlegt und vorbereitet werden. Wir haben es mit massenhaft ablaufendenVorgängen zu tun. Damit erhalten die maschinelle Störungsaufklärung im Online-Be- trieb und die ebenso automatisch ab- laufenden Wiederinbetriebsetzungen reparierter beziehungsweise auf neuen Stand gebrachter Komponenten eine bisher nicht gekannte Bedeutung. Die Zusammenarbeit zwischen den Marktpartnern bis hin zu den Energie- nutzern ist zu intensivieren, damit das Energieversorgungssystem künftig als Gesamtheit behandelt wird. Eine um- fassende Energiebevorratung ist lokal und auch netzübergreifend auszu- bauen, damit die Fluktuationen aus- geglichen werden können. Auch für die Netzregelaufgaben sind jederzeit nutz- bare Energiereserven wie auch das Auf- füllen der Energiereserven bei einem Überangebot erneuerbarer Energie es- senziell wichtig. In den Zustand einer permanenten Transformation versetzen Die Energienutzer sind durch Energie- assistenzsysteme zu befähigen, mit der Energie netzdienlich, hoch effizient und wirtschaftlich umzugehen. Diese Syste- me müssen so selbstverständlich wer- den wie heute Fahrerassistenzsysteme in Fahrzeugen und sind in das alle Ebe- nen umfassende und alle Marktpartner vernetzende Energieinformationsnetz einzubinden. Mit solchen Systemen wird es mög- lich, dass der prognostizierte Ener- gieaustausch den Netzbetreibern als Fahrpläne zugeht. Die Schätzgenauig- keit der Prognose ist ebenfalls verbind- lich mitzuteilen. Beides sind künftig die Grundlagen, um als Netzbetreiber die Einhaltung der Versorgungssicher- heit wie eine Versicherungslösung mit dem dafür nötigen Regelhub zu kalku- lieren. Wird von den Netznutzern die von ihnen geschätzte Abweichung vom Fahrplan eingehalten, wären die „Prä- mien“ abzusenken, ansonsten zu erhö- hen (wie bei einer KfZ-Versicherung). Die Abrechnung könnte vollständig lokal erfolgen, die Bezahlung auch. Wenn künftig das Netznutzungsent- gelt für die Netznutzer gemäß der Leis- tungsspitze für Bezug und Lieferung sowie gemäß der jeweiligen durch- schnittlichen Transportentfernung kalkuliert wird, dann wären für alle Netznutzer Anreize gegeben, das Netz wenig zu belasten. Die Ausstattung der Energiezellen mit Assistenzsystemen sowie eine lokale Energiebevorratung ermöglichen den selbst organisierten Netzwiederaufbau, sofern sich solche Zellen im Eigenbe- darf fangen können und somit auch die Kommunikation untereinander nicht vollständig abreißt beziehungsweise wieder aufgenommen werden kann. Wir müssen uns in den Zustand einer permanenten Transformation ver- setzen, diese mit ganzer Kraft wollen und konsequent durchziehen. Wichtig ist das Aufzeigen eines Horizonts und letztlich eines Zieles, das zu erreichen uns anspornt. Die Umorientierung muss in unseren Köpfen beginnen. Die dazu notwendige Kommunikation muss die Zeitenwende einleiten und begleiten. Wir haben alle eine ökologische Verantwortung. Alle sind aufgerufen, an der Transformation teilzunehmen.  * Dr. Franz Hein war bis 2009 Geschäftsführer der EDNA-Initiative und wurde zum ersten Ehrenmitglied ernannt; heute leitet er die mpc management project coaching, Esslingen 45IT CONTRACTING – IHR MEHR AN EFFIZIENZ Wir planen, bauen, betreiben und finanzieren Ihr neues Blockheizkraftwerk zur Wärme- und Stromerzeugung. Eine Partnerschaft auf solidem Fundament beginnt bei uns mit klar kalkulierbaren Kosten – von der Energieeffizienzanalyse bis zum gemeinsamen Contracting. swb Services GmbH & Co. KG T 0421 359-3494 info@swb-services.de services_contracting_AZ_EM_A4.indd 1 15.11.13 12:01

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