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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

I n zwanzig Jahren als Journalist in ver- schiedenen Wirtschaftszweigen sieht man viele Unternehmen sterben; er- lebt, wie zunehmende Konzentration sich schädlich auswirken kann (Metallgesel- schaft, weil es so aktuell ist); erkennt, daß Fusionen auf einem internationalen Markt durchaus auch notwendig sind (dafür gibt es viele Beispiele); weiß, daß jedwede Kul- tur nur durch Vielfalt existieren kann; freut sich, daß neue Unternehmen entstehen. Es ist genau acht Jahre her: Im April 1986 erschien die erste Ausgabe von Energie Spektrum. Damals entschuldigte ich mich bei den Lesern und der Verleger Ingo Resch sich bei der werbetreibenden Wirt- schaft, daß ein neues Bla󿿷 entstanden ist. Immerhin war der bisherige Titel „Energie“ gut und erfolgreich. Aber es mußte sein: Mit dem Verpächter des Titels „Energie“ - einem riesigen Konzern - gab es keine Einigung mehr. Im Mai 1993 schied der Ver- leger Dr. Ingo Resch aus seinem Verlag aus, er ha󿿷e ihn an die Weka-Gruppe verkauft. Wer Formulare braucht und Lose-Bla󿿷- Sammlungen abonniert, der kennt diesen auf jenen Gebieten führenden und sehr erfolgreichen Verlag. Engagiert gemachte Zeitschriften aber sind etwas anderes, und so mußte es sein: Das langjährige Redaktionsteam von Ener- gie Spektrum hat im Dezember gekündigt, um mit mir als Herausgeber und Chefredak- teur das Magazin „Energie & Management“ auf den Markt zu bringen. Armin Müller und Gisela Sendner sind von Anfang an dabei, Dr. Jan Mühlstein wird ab Juli seine profun- den Kenntnisse des Energiemarktes in die Redaktion von Energie & Management einbringen. Es stellt sich nicht die Frage, ob wirklich ein zusätzliches Bla󿿷 nötig war – ein noch besseres Bla󿿷 wird der Markt vertragen und annehmen: Energie & Management. Im übrigen: Gerade im Medienbereich ist die Konzentration eine unheilvolle Sache. Nicht von ungefähr prüft derzeit das Bun- desverfassungsgericht am Beispiel der Kirch-Gruppe (Springer-Großaktionär), inwieweit die immer stärkere Ansammlung publizistischer Macht in immer weniger Händen hinnehmbar ist. War Focus nötig, obwohl es den Spiegel gab; die Woche überflüssig, gibt es doch die Zeit? Es gibt Energie & Management. Nicht alle Ziele konnten mit dieser ersten Aus- gabe schon verwirklicht werden. Eine Zeitschrift muß im Dialog mit ihren Lesern wachsen und leben. Unsere Aufgabe ist, ein Diskussionsforum für die unterschied- lichen Interessen in der Energiewirtschaft zu sein. Apropos Magazin für intelligente Ener- gienutzung: Jede Art der Energieerzeugung, des Transportes und der Verteilung ist damit gemeint. Wenn Energie rationell und umweltschonend erzeugt und genutzt wird, dann hat das mit Intelligenz des Manage- ments zu tun. E&M-Chefredakteur Helmut Sendner Der Plan ist vom Tisch, gelacht (oder auch geweint) werden darf trotzdem. Hä󿿷e man vor 20 Jahren (und belie- big früher) damit begonnen, Jahr für Jahr politischen Geist und Steuergel- der in den Ausbau der Kraft-Wärme- Kopplung und in die Energieeffizienz (was bei der Erzeugung identisch ist) zu investieren, dann hä󿿷en wir längst ein dezentrales Energiesystem, das hervorragend durch erneuerbare Energien ergänzt werden könnte. Und was ist passiert? Der KWK- Anteil an der Stromerzeugung liegt bei spärlichen 14  Prozent, im Jahr 2020 soll er 25 Prozent betragen. Nur ist der Weg zu diesem Ziel mehr als ungenau, im Gegenteil: Wir haben die politische Diskussion, die Eigenerzeu- gung in KWK-Anlagen stärker mit der EEG-Umlage zu belasten – das ist Bestrafung für Energieeffizienz der feinsten Art. Die Koalition lässt keinen Masterplan für die Energiewende erkennen Gegen den Widerstand der Bürger ziehen wir Höchstspannungstrassen durchs Land, damit windreiche Bun- desländer ein Exportgut haben. Wir vernachlässigen durch zu wenig An- reize den Ausbau des Verteilnetzes und somit die dezentralen Strukturen. Durch Überförderung der Erneuer- baren sind Firmenpleiten entstanden, weil sich die Unternehmen irgend- wann doch zumindest ein bisschen dem Markt stellen mussten – und nicht konnten. Anleger haben im Ver- trauen auf die „ehrliche“ Öko-Energie viel Geld verloren, es sind massenhaft Arbeitsplätze verschwunden. Durch die überhastete Abschaltung der Atomkraftwerke haben Aktionäre und Eigentümer von EnBW, Eon, RWE und Va󿿷enfall Milliarden Euro verlo- ren, viele Menschen sind ihren Job los. Im Vertrauen auf die Politik haben sich Stadtwerke am Bau von Kohle- oder Gaskraftwerken beteiligt, die nicht wirtschaftlich sind. Geld fehlt in den Gemeindekassen, Arbeitsplätze sind gefährdet. Häme ist an keiner Stelle an- gebracht, nur die Hoffnung, dass die Politik nun endlich Rahmen- bedingungen schafft, ob plan- oder marktwirtschaftlicher Art, auf die über Abschreibungszeiten von Anlagen hinweg halbwegs Verlass ist. Es kann nicht sein, dass man für erneuerbare Energie eine Garantie-Rendite über 20 Jahre bekommt, und bei weiterhin notwendigen konventionellen Kraft- werken bei der Wirtschaftlichkeit den politischen We󿿷erwenden ausgesetzt ist. Die schwarz-rote Koalition lässt bis heute keinen Masterplan für die Ener- giewende erkennen. „Es bleibt spannend“, das ist bei vielen Diskussionen seit Jahren zu hören. Das stimmt und wir werden weiter berichten. Unabhängig und kritisch – Artikel kosten bei uns wei- terhin nichts.  1. Juli 20144 SZENE ENERGIEMARKT 1994 Sehr persönlich Die Akteure haben gewechselt, die Themen sind geblieben MAGAZIN 1. Dezember 2014 E&M Jahresmagazin Stadtwerke gestalten Ihre Zukun • IT-Lösungen & Digitalisierung • Finanzierung & Investitionen • Erzeugung, Handel und Bes affung • Ges ä smodelle & Kapazitätsmarkt Kontakt EnergyRelations GmbH · Theresia S mid Telefon +49 (0) 81 92 / 99 73 33 0 Mail: info@energyrelations.de Termine Ers eint am: 1. Dezember 2014 Anzeigens luss: 29. Oktober 2014 er_eigenanz_270_49_5_magazin.indd 1 23.06.14 15:52

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