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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

1. Juli 2014 Natürlich voller Energie. Stadtwerke Neumünster Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.swn.net Ob es um innovative Energieprodukte, eine zuverlässige Wasserversorgung, umweltorientierte Dienstleistungen, spritziges Badevergnügen im Bad am Stadtwald oder den örtlichen Nahverkehr geht: SWN Stadtwerke Neumünster ist Ihr zuverlässiger Partner! Auf den richtigen Partner kommt es an! SWN Stadtwerke Neumünster ist Ihr zuverlässiger Partner! Liebe Redaktion, wir gratulieren zu 20 Jahren voller Energie! C M Y CM MY CY CMY K SWN Anz Auf den richtigen Partner E&M 210x99 (20140612).pdf 1 12.06.14 13:23 A m 20. Juli 1998 so um die Mittags- stunde klingelte mein Telefon, am Apparat war Herr Rösch- mann von den damals noch existierenden Hamburgischen Electrizitäts-Werken (HEW). Am Ende des Gesprächs war mir klar, dass die Er- füllung meines Wunsches wohl etwas kompli- zierter wird. In einem Brief hatte ich dem Hamburger Ver- sorger mitge- teilt, dass ich den Strom für meine Junggesellenbu- de in Hamburg-Eimsbüttel künftig nicht mehr vom bisherigen Gebietsmonopolis- ten HEW, sondern von einem wenige Kilometer entfernten Windpark beziehen wolle. Dass Herr Röschmann mir am Telefon mitteilte, dass ich „Privatkunde ohne Durchleitungsfahrplan“ sei und es für solche Fälle noch keine Spielregeln gebe, beunruhigte mich nicht sonderlich. Auch die Ankündigung, dass die Bearbeitung meines Falls noch einige Wochen dau- ern werde, war kein Grund zu erschre- cken. Als er mit dann aber zum Ende des Telefonats mitteilte, dass er bei den HEW im Geschäftskundenbereich für die Hochspannungstechnik zuständig sei, da wurde mir klar, dass mein Wunsch nach einem Lieferantenwechsel für meinen Pri- vathaushalt ein echtes Problem darstellt. Die Verhandlungen mit dem Unter- nehmen zogen sich über mehrere Monate und viele stundenlange Gespräche in der HEW-Zentrale hin, zum tatsächlichen Lieferantenwechsel zum 1. Februar 1999 hatte mir der Versorger dann auf meine Rechnung einen Lastkurvenzähler ein- gebaut, der für jede Viertelstunde meinen Stromverbrauch messen sollte, damit er mit der tatsächlichen Produktion des mich beliefernden Windparks verglichen werden kann. Kostenpunkt: 2 000 Mark. Der damalige kleine Stromanbieter Va- sa-Energy unterstützte mich bei dem Experiment, so dass ich mir den Spaß leisten konnte. Leider bauten die HEW den Lastkurvenzähler nach einigen Wo- chen wieder aus: Dem Unternehmen war aufgefallen, dass man die Daten auch auswerten müsste, was enorme Kosten bedeutet hätte. Plötzlich ließ sich das doch über ein Standardlastprofil abwickeln. Auch von ihrem ursprünglichen Preis- blatt für die Netznutzungsentgelte sind die HEW bald abgewichen: Die sollten sich für Privathaushalte aus einem Leis- tungs- und einem Arbeitspreis zusam- mensetzen. Allein das Leistungsentgelt sollte 1 600 Mark pro Jahr betragen. Keine ganz unerhebliche Summe, da vorher meine Stromrechnung für Belieferung und Netzentgelte bei der HEW insgesamt nur rund 500 Mark im Jahr betragen hatte. Unter dem Strich bleibt: Der Wechsel des Stromanbieters für Privatkunden war damals nicht ganz einfach – aber es war ja auch einer der ersten Fälle, wenn nicht der erste überhaupt in Deutschland. HEW und Vasa-Energy gibt es heute nicht mehr. Und meine Stromrechnung ist im Jahr 2014 deutlich höher, was aller- dings auch an der gewachsenen Familie liegt.  RÜCKBLICK Das war der Hammer: Anruf von den HEW -Chefredakteur Timm Krägenow Dazu zählen Sven Becker, heute Sprecher der Geschäftsführung von Trianel, Peter Styles, heute Vor- sitzender des Electricity Committee von Efet oder Andreas Radmacher, heute im Vorstand der K+S und zuvor mehrere Jahre Vorstandsmit- glied von RWE Energy. Ritt auf einer Commodity Bubble Die Struktur des Marktes habe sich jedoch im Laufe der Jahre geändert, sagt Kahnt: „Vor dreizehn Jahren hatten wir die großen Banken, die amerikanischen Händler, die Hedge Fonds.Von denen sind nicht viele übriggeblieben.“ Die Domi- nanz von Enron vermisst er nicht. Aber man könne über Spekulanten schimpfen, wie man wolle, Markt- teilnehmer, die für Liquidität sor- gen, täten einem Markt immer gut. Seit einigen Jahren gehe derTrend weg vom reinen Finanzhandel. „Heute geht es wieder viel mehr um eine zielgerichtete, preisbewusste Beschaffung und Vermarktung von Erzeugungskapazitäten, mit dem Handel als Drehscheibe“, so Kahnt. Dafür vernünftige Produkte zu kreieren sei die eigentliche Heraus- forderung. „Kurz nach der Liberali- sierung war Trading einfach sexy.“ „Und alle haben daran verdient“, ergänzt Torben Schuster, Princi- ple Consultant bei Capgemini. Er glaubt nicht, dass der Enron-Fall sehr abschreckend auf den Markt gewirkt habe: „Da wurde allen erst richtig klar, wie viel man mit dem Trading verdienen kann.“ Zumin- dest bis 2008 seien dann die Ergeb- nisse im Energiehandel exorbitant ausgefallen. Im Markt sprach man ganz offen von der Commodity Bubble, und alle sind darauf mit- geritten. Die Preise stiegen stetig. Aus fundamentaler Sicht habe dies zwar keinen Sinn gemacht. Aber Stadtwerke und Weiterverteiler hät- ten die Preise bezahlt, weil sie sie auf ihre Kunden wälzen konnten. Buy low, sell high sei kein Problem gewesen. Mit einfachen Produkten wie Forwards und Futures lasse sich heute allerdings kein Geld mehr ver- dienen, was neben der Finanzkrise auch zum allmählichen Rückzug der Banken aus dem Energiehandel ge- führt habe. Daher sind von den vier Kategorien, in die Schuster in einer Studie die Handelsteilnehmer ein- geteilt hat, die „reinen Spekulierer“, die wie Investmentbanken agieren, eher eine aussterbende Spezies. Die Zukunft des Energiehandels sieht er dagegen angesichts des gegenwärti- gen Konsolidierungsprozesses eher bei den Plattformen wieTrianel oder der Thüga. Es gehe darum, tragfähi- ge Geschäftsmodelle jenseits des Megawatt-Handels zu finden. Die Netzwerke seien mit ihren Dienst- leistungen auf einem guten Weg dorthin.  38 ENERGIEHANDEL Roter Teppich für neue Marktteilnehmer zu Beginn der Liberalisierung S eit 50 Jahren verbindet man mit dem Namen Energie & Management Aktualität, Branchenkenntnis und Professionalität. Auf so viele erfolgreiche Jahre zurückblicken zu können, darauf können Sie ganz zu Recht stolz sein! Zu diesem Jubiläum gratulieren wir ganz herzlich. Wer so gut arbeiten kann, der kann auch sicher gut Feste feiern. Wir wünschen Ihnen ein Jubiläum, an das Sie sich noch lange gern erinnern werden und dem ganzen Energie & Management-Team viele weitere erfolgreiche Jahre! K.GROUP Die Energie-Experten K.GROUP GmbH Pestalozzistraße 31 80469 München kgroup_210x75.indd 1 23.06.14 16:49

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