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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

Kundenorientierte Lösungen für die Energiewirtschaft Über 100 Energieversorger vertrauen bereits auf unsere Produkte und Dienstleistungen: Effiziente Abrechnungssoftware Individuelle Dienstleistungspakete für Energie-, Wärme- und Wasserversorger Hostinglösung im zertifizierten Rechenzentrum der Stadtwerke Schwäbisch Hall www.SHERPAmeetsSOMENTEC.de Hostinglösung im zertifizierten Rechenzentrum der Stadtwerke Schwäbisch Hall 072014_Anzeige_210x75mm_Energie und Management.indd 1 17.06.2014 09:45:09 Was ist der Preis? Mit der Liberalisierung wurde Strom zurWare, die sogar an Börsen gehandelt wird. Für gestandene Stadt- und Kraftwerker ein völlig neues Universum. VON FRITZ WILHELM E s war im Oktober 1998, als sich der Autor dieser Zeilen vom Ammersee aus auf den Weg nach Frankfurt begab, um sich kundig zu machen, was es mit dem Commodity Trading auf sich hat. Die Commerzbank, erfahren im Handel mitWährungen, Edelmetallen, Schwei- nehälften und manch anderen Gütern, hatte geladen. Aber nicht in erster Linie Journalisten waren die anvisierte Ziel- gruppe. Vor allem Vertreter von Ener- gieversorgern sollten die neue Welt der Börsen, Broker und Händler kennenler- nen. Vom Paradigmenwechsel war zu dieser Zeit häufig die Rede. Allen, die an diesem Tag im Wolkenkratzer am Kai- serplatz saßen, wurde schnell klar, was das bedeutet. Sven Otten, damals Sales Trader Interest Rate bei Sal. Oppen- heim, heute Director Business Change bei Eon Global Commodities, warf Tabellen und Kurven an die Wand, mit wilden Zacken und sanften Anstiegen, und erläuterte, in welchen Marktsitua- tionen man mit welchen Instrumenten am besten seine Ziele erreicht. Futures, Puts, Calls, Floors und Collars brachten die Teilnehmer zum Staunen und un- gläubigen Kopfschütteln. So mancher Stadtwerker mag sich zu diesem Zeit- punkt schon wieder die gute alte Mono- polzeit zurückgewünscht haben. „Wir hatten große Erwartungen an die Komplexität der Produkte im Ener- giehandel“, sagt Hilmar Kahnt, heute Leiter Vertrieb und Energiewirtschaft der Stadtwerke Münster und 1999 aus der Finanzwirtschaft in die Energie- branche zur RheinEnergie gewechselt. „Ich hätte erwartet, dass sich der Han- del mit sehr flexiblen Produkten viel stärker entwickelt.“ Im Jahr 2000, Kahnt war bereits Leiter des Energiehandels der RheinEnergie in Köln, habe sein Team ein Produkt gehandelt, bei dem der Bezug von Mehr- oder Mindermen- gen bis zu zehn Prozent möglich war. „Heute im Großhandel völlig unüblich. Es gibt nur noch festeVereinbarungen.“ Früher habe man gedacht, die Handels- produkte müssten so ausgefeilt sein, dass sie alle Eventualitäten abdecken können. Heute bestehe die Kunst darin, die Herausforderungen im Portfolio- management mit Standardprodukten abzubilden, auch im Intraday- und sogar im Yesterday-Handel. „Man hat eingesehen, dass es besser ist, wenige liquide Produkte zu haben als viele ver- schiedene, die individuell konfiguriert sind, für die man aber kaum Handels- partner findet.“ Preussen Elektra machte Nägel mit Köpfen Dabei hatte die Branche in den Jahren unmittelbar nach der Liberalisierung eine wahre Handelseuphorie erfasst. An Unternehmen, die in den Energie- handel einsteigen wollten, herrschte kein Mangel. E&M veröffentlichte in der Ausgabe vom 1. Juni 2001 eine Liste mit 300 Unternehmen, die als Energie- händler bei der Deutschen Verbund- gesellschaft in Heidelberg registriert waren. Doch mit der Aufnahme in diese Liste bekundeten die meisten damals zunächst nur den Willen, mit Strom zu handeln. Und ein nicht unerheblicher Teil der Registrierten war eher am Ver- Trading bei RWE: In den Anfangsjahren des liberalisierten Marktes tauschten reihenweise Banker ihren Arbeitsplatz mit dem Trading Floor eines EVU 1. Juli 201434 ENERGIEHANDEL Bild:Sharp

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