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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

1. Juli 201428 KWK www.getec.de Contracting kommt von Können. Foto:adpic SCHLÜSSELFERTIGE BHKW-ANLAGEN AUF DIE SIE ZÄHLEN KÖNNEN. Antriebs- & Energiesysteme für die Strom- & Wärmeerzeugung Ihr Partner für Caterpillar BHKW-Aggregate und -Anlagen. Wir sorgen dafür, dass unsere Kunden erfolgreich arbeiten könnnen. • Innovative BHKW-Anlagen: im Leistungsbereich von 1.000 bis 2.500 kWel • Dichtes Service-Netz – sichert die hohe Verfügbarkeit Ihrer Anlage • Von der Projektierung bis zum Service zps.achim@zeppelin.com www.zeppelin-powersystems.de 97%97%VERFÜGBARKEIT* *GemäßBedingungendesjeweiligenWartungsvertrags. 15. Oktober 2012 D em ökologischen Wandel hat sich die 1997 gegründete und seit 1998 börsennotierte Solon SE als Hersteller von Solarmodulen und Anbieter von sola- ren Kraftwerken verschrieben. Diese Grundhaltung bestimmt nicht nur das Produktangebot, sondern prägte auch die Errichtung der Firmenzentrale im Wissenschafts- und Technologiepark in Berlin-Adlershof, in die die Verwal- tung Ende 2008 und die Produktion im März 2009 eingezogen sind. Dasrund47Mio.Euroteure,vondem Berliner Büro SFA Schulte-Frohlinde Architekten in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter EGS-plan entworfene Gebäude besticht durch seine baukul- turelle Qualität sowie seine energieef- fiziente Bauweise. Dabei wurden ener- giesparende Maßnahmen, zu denen die bauphysikalisch exzellente Gebäu- dehülle, die Dreifachisolierverglasung, der Sonnenschutz mit Tageslichtlenk- funktion sowie die thermische Beton- kernaktivierung gehören, konsequent umgesetzt und auch bei den flexiblen Nutzungskonzepten berücksichtigt. Damit konnte der Energiebedarf auf rund ein Viertel des Verbrauchs in ei- nem konventionellen Bürogebäude reduziert werden. Doch auch der verbleibende Wär- me-, Kälte- und Strombedarf wird in dem Verwaltungs- und Produktions- gebäude möglichst effizient und re- generativ gedeckt. Dafür sorgen eine 210-kW-Photovoltaikanlage auf dem Dach, eine Kälteanlage und ein Bio- erdgas-Blockheizkraftwerk. ErrichtetwurdedasBHKWinKoope- ration mit dem lokalen Energieversor- ger, der BTB Blockheizkraftwerks-Trä- ger- und Betreibergesellschaft mbH, die die Anlage auch betreibt. Geliefert wurde es von der Berliner SES Ener- giesysteme GmbH, der Planer war die Gneise 66 Planungs- und Beratungs- gesellschaft mbH aus Berlin. Effiziente und regenerative Energieversorgung Die Vorgabe, das BHKW mit regene- rativen Brennstoffen zu betreiben, wird durch den „virtuellen“ Einsatz von Bio Betrieb Erdgas bigen S Erdgasq eingesp die Jah der in nach d legten diesen gasliefe engas G einen e zur Ab betreib Berlin-B am BHK installie Die W stoff ma BHKW betrieb Lebens Zur Ein werte r gekatal sel ode Aufwan höher. Für d SES − le HPC Gasmot einen G Der Au des BH musteru chen, W die nich ben der stimmt nicht im sondern 15. Juni 2010 KW Energie Firmenz in Berlin Bild:Solon Anz Anzeige Eigenanzeige Special 270 mm x 49,5 mm Die Anlage auf einen Bli� Standort: Wissens�a�s- und Te�nologiepark Berlin-Adlershof Investor: Solon SE, Berlin Betreiber: BTB Blo�heizkra�werks-Träger- und Betreibergesells�a� mbH, Berlin Planer: Gneise 66 Planungs- und Beratungsgesells�a� mbH, Berlin Besonderheit: in „gläsernes“ Bioerdgas-BHKW, das mit Kra�-Wärme-Kälte- Kopplung in ein energieoptimiertes Versorgungskonzept der Berliner Firmen- zentrale der Solon eingebunden ist Anlage: BHKW-Modul HPC 400 N der SES Energiesysteme GmbH mit einem 12-Zylinder-Gasmotor der MAN in V-Bauweise und einem Generator von Leroy Somer; 386 kW elektris�e und 510 kW �ermis�e Leistung; Stromwir- kungsgrad 38,6 %, Gesamtnu�ungsgrad 89,7 % Umwelts�u�: CO2-neutrale Energieerzeugung dur� die dem Erdgasverbrau� entspre�ende Einspeisung von Biogas ins Erdgasne� Auskun�: Ralf S�äfer, Tel. 0 30 / 31 90 07 14, ralf.s�aefer@ses-energiesysteme.com Joa�im S�neider, Tel. 0 30 / 34 99 07 44, joa�im.s�neider@btb-berlin.de Für die Wärme- und Kälteversorgung seiner spektakulären Berliner Firmenzentrale hat das Solarunternehmen Solon ein Bioerdgas-BHKW installiert − in einem Glaskasten. VON JAN MÜHLSTEIN Auf dem Präsentierteller BHKW DES MONATS E&M Neu 12 2010 indd 25 Erscheinungstermin: 15. Juli 2010 Sichern Sie sich Ihre Präsenz im Sonderteil „IT & NZEITUNG FÜR DEN ENERGIEMARKT Im Sonderteil IT & Netze informieren wir über Aktuelles aus der IT-Landschaft für Energieunternehmen, zeigen Modelle für Smart Grids, stellen beispielhafte Projekte und innovative Software-Lösungen bei EVU und Stadtwerken dar und geben Einblicke in Trends und Entwicklungen. Modelle für Smart G 10-0853 Montage Anzeigen.indd 25 E&M_Aww D ie Kläranlage Hetlingen rei- nigt jährlich über 30 mio. m3 Abwässer von mehr als 480 000 menschen sowie von industrie und Gewerbe aus dem Kreis Pinneberg, Teilen der Kreise Steinburg und Segeberg sowie den nordwestlichen Stadtteilen Hamburgs. Betreiber des größten Klärwerks Schleswig-Holsteins ist die azv Südholstein, die von dem Abwasser-Zweckverband Pinneberg, einem Zusammenschluss aus 40 Städ- ten und Gemeinden, getragen wird. Dem öffentlich-rechtlichen Unter- nehmen ist es wichtig, hohe ökologi- sche Anforderungen und ökonomisches Kostenbewusstsein miteinander zu ver- binden, zumal die Abwasserreinigung ein energieintensives Geschäft ist. Der Stromverbrauch der Kläranlage beträgt rund 23 mio. kWh/a, wovon allein die größte der vier verdichterstationen, die Luft für die biologische Abwasserreini- gung liefern, 4,6 mio. kWh/a benötigt. Deshalb setzt die azv darauf, einen steigenden Anteil der im Klärwerk Het- lingen benötigten Energie aus regenera- tiven Energieträgern in eigenen Anlagen effizient zu erzeugen. Ein wesentlicher Schritt dazu war die 2009 beschlossene Erneuerung des aus vier modulen be- stehenden Blockheizkraftwerks, dessen von mWm gebaute Gasmotoren mit je 850 kW elektrischer Leistung bereits 18 Betriebsjahre auf dem Buckel hatten. Als Brennstoff für das BHKW wird wei- terhin Faulgas eingesetzt, das bei der anaerobenvergärung von Klärschlamm entsteht. Zusätzlich werden jährlich rund 7 000 t Fette aus der eigenen Ab- wasserreinigung, Fettabscheiderinhal- te und Speisereste in die Faulbehälter eingespeist. Durch diese Co-vergärung wird die Gasausbeute und damit der Energieertrag so erhöht, dass nun leis- tungsstärkere motoren betrieben wer- den können. Bei der Dimensionierung des neuen BHKW wurde auch eine Re- serve für mögliche Zuwächse bei den Abwassermengen berücksichtigt. installiert wurden vier BHKW-mo- dule SY 1063 der Bosch KWK Systeme GmbH (vormals Köhler & Ziegler) aus Lollar, die in einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag bekam. Eingesetzt sind aufgeladene mager- motoren des Typs TCG 2020 v12 der mannheimer mWm mit je 1 063 kW elektrischer und 1 100 kW thermischer Leistung. Bei einer Brennstoffleistung von 2 590 kW erreichen die BHKW-mo- dule einen elektrischen Wirkungsgrad von 41 % und einen Gesamtnutzungs- grad von fast 84 %. Die besondere Herausforderung des Auftrags bestand darin, dass der Umbau des BHKW im laufenden Betrieb erfol- gen musste. Um die Eigenversorgung der Kläranlage sicherzustellen, wurden die BHKW-module im bestehenden Ge- bäude schrittweise ausgetauscht. Ende September 2010 nahm der erste neue Gasmotor die Energieerzeugung auf, mitte 2011 folgten die drei weiteren Ag- gregate. Bereits im mai 2010 wurde eine neue Stromeinspeisezentrale für die höhere Leistung installiert, die den ei- genproduzierten Strom auf die einzel- nen technischen Anlagen im Klärwerk verteilt. im Juni 2010 wurden vier neue Schornsteine für das BHKW montiert. nicht minder anspruchsvoll ist das Wärmenutzungskonzept für die BHKW-Abwärme, das die SAG Süd- deutsche Abwasserreinigungs-ingeni- eur GmbH aus Ulm für die azv erstellt hat. Bei zwei der BHKW-module wird die mit einer Leistung von je 570 kW aus dem motorenabgas ausgekoppelte Wärme auf einen Thermoölkreislauf übertragen, der der Luftvorwärmung für die Klärschlammtrocknung dient und damit den dort nötigen Brennstof- feinsatz reduziert. Umbau im laufenden Betrieb Ein zusätzlicher Wärmetauscher er- möglicht die Wärmeübertragung auf Heißwasserkreisläufe, die zur Behei- zung der Faultürme, anderer Anlagen- teile und der Betriebsgebäude dienen. Zu diesem Zweck wird auch die aus der motoren-, Schmieröl- und Turbola- derkühlung ausgekoppelte Wärme ge- nutzt, die pro modul mit einer Leistung von 530 kW bereitgestellt wird. Bei zwei modulen wird die Abgaswärme direkt auf einen Heißwasserkreislauf über- tragen, wobei − ein i-Tüpfelchen des Konzepts − diese Wärme bei einem ge- ringeren Wärmebedarf des Klärwerks oder bei einer elektrischen Lastspitze auch zur zusätzlichen Stromerzeugung in einer nachgeschalteten ORC-Anlage eingesetzt werden kann. Die im Keller des BHKW-Gebäudes untergebrachte ORC-Anlage hat eine elektrische Bruttoleistung von 144 kW und erreicht bei einer Heiztemperatur von 136 °C einen elektrischen Wir- kungsgrad von 12,7 %. Als Arbeitsgas wird das Kältemittel R245FA eingesetzt, das eine magnetisch gelagerte, her- metisch gekapselte Turboexpansions- maschine antreibt. Die ebenfalls von Bosch KWK Systeme gelieferte ORC- Anlage wurde im Januar 2012 in Betrieb genommen. Die dritte Herausforderung, die der BHKW-Lieferant gemeistert hatte, waren die strengen Emissi- onsanforderungen. Das Ergebnis: Die Emissionswerte liegen jeweils unterhalb von 500 mg/m3 bei nOx, 250 mg/m3 bei CO und 25 mg/m3 bei Formaldehyd. Der methanschlupf ist auf maximal 0,1 % begrenzt. Für die Einhaltung des Formaldehyd- Grenzwertes entschied man sich für eine thermische nachverbren- nung. Diese verursacht zwar einen höheren apparativen Aufwand als der alternativ mögliche Einsatz eines Oxydationskatalysators. Um die empfindlichen Beschichtun- gen des Katalysators zu schützen und ausreichende Standzeiten abzusichern, wäre aber dann eine sehr aufwendige vorreinigung des Faulgases notwendig, die alle Kata- lysatorengifte abscheiden müsste. Außerdem verspricht die thermi- sche nachverbrennung eine höhere verfügbarkeit des gesamten BHKW. Jedem BHKW-modul ist eine eige- ne nachverbrennungsanlage zuge- ordnet. mit Faulgasbrennern wird eine Leistung von 55 kW erzeugt; zusätzlich wird in einem Abgas-Ab- gas-Wärmetauscher die Energie des heißen Abgases am Austritt der Re- aktionsmuffel zur vorwärmung des kälteren motorenabgases genutzt. Zum wirtschaftlichen Erfolg trägt, neben der effizienten Wär- mebereitstellung, die fast vollstän- dige Eigennutzung des erzeugten Stroms bei. mit dem neuen BHKW werden inzwischen rund 70 % des elektrischen Bedarfs der Kläranlage gedeckt. Bei steigenden Kosten des Stromfremdbezugs wären netz- einspeisung und vergütung nach EEG ungünstiger gewesen. Deshalb wurde die Förderung des KWK- Gesetzes in Anspruch genommen, die es auch bei einer Eigennutzung des Stroms gibt. Allerdings wird der KWK-Zuschlag nur für maximal 30 000vo während für 20 Be Das B ökonom Klärwer pelt − d vollstän Kläranla wird des Die Anlage auf einen Blick Standort: Kläranlage Hetlingen Betreiber: azv Südholstein Konzept: SAG Süddeutsche Abwasserreinigungs-Ingenieur GmbH, Ulm Besonderheit: Kombination eines Klärgas-BHKW mit einer ORC-Anlage zur Eigenstromnutzung Anlage: Vier BHKW-Module SY 1063 der Bosch KWK Systeme GmbH, Lollar, mit aufgeladenen Magermotoren des Typs TCG 2020 V12 der MWM GmbH, Mannheim, mit je 1 063 kW elektrischer und 1 100 kW thermischer Leistung; vier thermische Nachverbrennungsanlagen mit je 55 kW Wärmeleistung und eine ORC-Anlage mit 144 kW elektrischer Leistung der Bosch KWK Systeme Wirtschaftlichkeit: Substitution des teuren Fremdstrombezugs, effiziente Wärmebereitstellung, KWK-Förderung Umweltschutz: Emissionen begrenzt auf maximal 500 mg/m3 NOx sowie 250 mg/m3 CO und 25 mg/m3 bei Formaldehyd; Methanschlupf unter 0,1 %; Reduk- tion der Treibhausgasemissionen durch Umwandlung des im Faulgas enthaltenen Methans in CO2 sowie durch effiziente Brennstoffsubstitution durch KWK Auskunft: Stefan Müller, Tel. 0 64 06/91 03 555, stefan.mueller1@de.bosch.com Trumpf Eigenversorgung Die nutzung von Faulgas in vier neuen BHKW-modulen mit nachgeschalteter ORC- Anlage, die 18 Jahre alte leistungsschwächere Gasmotoren ersetzt haben, verbessert die ökonomische und ökologische Bilanz der Kläranlage Hetlingen. vOn JAn mÜHLSTEin BhkW deS monatS Bild:BoschKWK 2012 Standort: Kläranlage Hetlingen Betreiber: azv Südholstein Konzept: SAG Süddeutsche Abwasser- reinigungs-Ingenieur GmbH, Ulm Besonderheit: Kombination eines Klärgas-BHKW mit einer ORC-Anlage zur Eigenstromnutzung Anlage: vier BHKW-Module SY 1063 der Bosch KWK Systeme GmbH, Lollar, mit aufgeladenen Magermotoren des Typs TCG 2020 V12 der MWM GmbH, Mann- heim, mit je 1 063 kWel und 1 100 kWth Leistung; vier thermische Nachverbren- nungsanlagen mit je 55 kW Wärmeleis- tung und eine ORC-Anlage mit 144 kWel Leistung der Bosch KWK Systeme Wirtschaftlichkeit: Substitution des teuren Fremdstrombezugs, effiziente Wärme- bereitstellung, KWK-Förderung Umweltschutz: Emissionen begrenzt auf maximal 500 mg/m3 NOx, 250 mg/m3 CO und 25 mg/m3 bei Formaldehyd; Methan- schlupf unter 0,1 Prozent; Reduktion der Treibhausgasemissionen durch Umwand- lung des im Faulgas enthaltenen Methans in CO2 sowie durch effiziente Brennstoff- substitution durch KWK 15. Juni 2013 D em ökologischen Wandel hat sich die 1997 gegründete und seit 1998 börsennotierte Solon SE als Hersteller von Solarmodulen und Anbieter von sola- ren Kraftwerken verschrieben. Diese Grundhaltung bestimmt nicht nur das Produktangebot, sondern prägte auch die Errichtung der Firmenzentrale im Wissenschafts- und Technologiepark in Berlin-Adlershof, in die die Verwal- tung Ende 2008 und die Produktion im März 2009 eingezogen sind. Dasrund47Mio.Euroteure,vondem Berliner Büro SFA Schulte-Frohlinde Architekten in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter EGS-plan entworfene Gebäude besticht durch seine baukul- turelle Qualität sowie seine energieef- fiziente Bauweise. Dabei wurden ener- giesparende Maßnahmen, zu denen die bauphysikalisch exzellente Gebäu- dehülle, die Dreifachisolierverglasung, der Sonnenschutz mit Tageslichtlenk- funktion sowie die thermische Beton- kernaktivierung gehören, konsequent umgesetzt und auch bei den flexiblen Nutzungskonzepten berücksichtigt. Damit konnte der Energiebedarf auf rund ein Viertel des Verbrauchs in ei- nem konventionellen Bürogebäude reduziert werden. Doch auch der verbleibende Wär- me-, Kälte- und Strombedarf wird in dem Verwaltungs- und Produktions- gebäude möglichst effizient und re- generativ gedeckt. Dafür sorgen eine 210-kW-Photovoltaikanlage auf dem Dach, eine Kälteanlage und ein Bio- erdgas-Blockheizkraftwerk. ErrichtetwurdedasBHKWinKoope- ration mit dem lokalen Energieversor- ger, der BTB Blockheizkraftwerks-Trä- ger- und Betreibergesellschaft mbH, die die Anlage auch betreibt. Geliefert wurde es von der Berliner SES Ener- giesysteme GmbH, der Planer war die Gneise 66 Planungs- und Beratungs- gesellschaft mbH aus Berlin. Effiziente und regenerative Energieversorgung Die Vorgabe, das BHKW mit regene- rativen Brennstoffen zu betreiben, wird durch den „virtuellen“ Einsatz 15. Juni 2010 K Anzeige Eigenanzeige Special 270 mm x 49,5 mm Die Anlage auf einen Bli� Standort: Wissens�a�s- und Te�nologiepark Berlin-Adlershof Investor: Solon SE, Berlin Betreiber: BTB Blo�heizkra�werks-Träger- und Betreibergesells�a� mbH, Berlin Planer: Gneise 66 Planungs- und Beratungsgesells�a� mbH, Berlin Besonderheit: in „gläsernes“ Bioerdgas-BHKW, das mit Kra�-Wärme-Kälte- Kopplung in ein energieoptimiertes Versorgungskonzept der Berliner Firmen- zentrale der Solon eingebunden ist Anlage: BHKW-Modul HPC 400 N der SES Energiesysteme GmbH mit einem 12-Zylinder-Gasmotor der MAN in V-Bauweise und einem Generator von Leroy Somer; 386 kW elektris�e und 510 kW �ermis�e Leistung; Stromwir- kungsgrad 38,6 %, Gesamtnu�ungsgrad 89,7 % Umwelts�u�: CO2-neutrale Energieerzeugung dur� die dem Erdgasverbrau� entspre�ende Einspeisung von Biogas ins Erdgasne� Auskun�: Ralf S�äfer, Tel. 0 30 / 31 90 07 14, ralf.s�aefer@ses-energiesysteme.com Joa�im S�neider, Tel. 0 30 / 34 99 07 44, joa�im.s�neider@btb-berlin.de Für die Wärme- und Kälteversorgung seiner spektakulären Berliner Firmenzentrale hat das Solarunternehmen Solon ein Bioerdgas-BHKW installiert − in einem Glaskasten. VON JAN MÜHLSTEIN Auf dem Präsentierteller BHKW DES MONATS E&M Neu 12 2010 indd 25 Erscheinungsterm 15. Juli 2010 Sichern Sie sich Ihre Präsenz im Sonderteil „ITZEITUNG FÜR DEN ENERGIEMARKT Im Sonderteil IT & Netze informieren wir über Aktuelles aus der IT-Landschaft für Energieunternehmen, zeigen Modelle für Smart Grids, stellen beispielhafte Projekte und innovative Software-Lösungen bei EVU und Stadtwerken dar und geben Einblicke in Trends und Entwicklungen. Modelle für Sma 10-0853 Montage Anzeigen.indd 25 Heißes Sextett Das Uniferm-Werk in Monheim wird rund um die Uhr durch sechs heißgekühlte BHKW-Module von Zeppelin Power Systems mit Dampf, Heizwärme, Strom und Antriebsenergie versorgt. VoN JAN MÜHLSTEiN D ie Uniferm GmbH & Co. KG, Werne, stellt Backmittel und Spezialprodukte für Bäcke- reien her. Für die Produktion von Backhefen in ihrem Werk in Mon- heim wird vor allem Sattdampf auf dem Druckniveau von 1 beziehungsweise 10 bar Überdruck benötigt, unter ande- rem für die Sterilisation der eingesetz- ten rohstoffe und der Produkte. Diesen Energieträger liefern sechs mit Erdgas betriebene BHKW-Module des Typs Caterpillar G3516A vom Systemanbie- ter Zeppelin Power Systems aus Achim bei Bremen. Für die Dampferzeugung wird neben dem Abgas der Gasmo- toren auch die Motorenabwärme ge- nutzt, weil das Heißkühlkonzept der Caterpillar-Gasmotoren Kühlwasser- temperaturen bis zu 125 °C ermöglicht. Die BHKW-Aggregate ersetzten ein in die Jahre gekommenes werks- eigenes Kraftwerk, das aus einer 1,2-MW-Gasturbine, einem Hoch- druckdampf-Abhitzekessel und einer Gegendruckdampfturbine bestand. Die Entscheidung für die BHKW fiel vor allem unter dem Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit, weil Zep- pelin im rahmen eines instandhal- tungsvertrages eine Verfügbarkeit der Aggregate von 95 Prozent garantiert. Zusätzlich profitiert der Betreiber vom hohen Brennstoffnutzungsgrad des KWK-Prozesses, den das technische Konzept mit Abwärmenutzung auf hohemTemperaturniveau ermöglicht. Verfügbarkeit der BHKW- Module beträgt 95 Prozent Der Umbau der Energieversorgung des Monheimer Werkes erfolgte stu- fenweise. Das erste BHKW-Modul, das mit einem 400-V-Generator eine elek- trische Leistung von knapp 1 000 kW bereitstellt, wurde 2001 installiert. Ein baugleiches zweites Modul, mit dessen Errichtung Zeppelin als Ge- neralunternehmer beauftragt wurde, folgte 2005. Das Motorenabgas und die Abwärme der Motorkühlung der bei- den Aggregate werden direkt in einem zweizügigen Kessel zur Erzeugung von rund 3 t/h Sattdampf bei 1 bar Über- druck genutzt, was einer Wärmeleis- tung von etwa 2 100 kW entspricht. Der Dampferzeuger ist außerdem mit einer Erdgas-Zusatzfeuerung mit rund 7 MW Wärmeleistung ausgerüstet, die für Spitzenlast und als reserve einge- setzt werden kann. Vollständig abgelöst wurde das alte Kraftwerk im dritten Bauabschnitt, für den Zeppelin 2009 mit der Lieferung von weiteren vier BHKW-Modulen beauftragt wurde, die 2010 und 2011 installiert wurden. Der Auftrag um- fasste auch die Konzeptfindung, die Projektrealisierung, die inbetriebnah- me und einen instandhaltungsvertrag, womit alle Leistungen aus einer Hand erbracht werden. Zwei der Aggregate sind mit 10,5-kV-Generatoren aus- gerüstet und stellen eine elektrische Leistung von je 1 028 kW bereit. Zwei Gasmotoren sind mit je 1 070 kW me- chanischer Leistung zum Direktan- trieb von Prozessluftverdichtern ein- gesetzt. Für den Direktantrieb muss- ten die Turboverdichter, die mit einer konstanten Drehzahl von 1 500 Um- drehungen pro Minute betrieben werden, mit angepassten Getrieben nachgerüstet werden. Eine technisch einfachere Lösung wäre gewesen, den elektrischen Antrieb der Verdichter beizubehalten und alle BHKW-Modu- le mit Generatoren auszurüsten. Doch für die zusätzliche Stromerzeugung wäre bei der Eigenerzeugungsanlage mit einer elektrischen Leistung über 2 MW Stromsteuer fällig, die in Sum- me die Umrüstungskosten und die an die Stromerzeugung gebundene KWK- Förderung übersteigt. Die vier BHKW-Module des dritten Bauabschnitts stellen zusammen eine Wärmeleistung von 5 764 kW bereit. Dabei wird das Motorenabgas, das bis auf rund 65 °C abgekühlt wird, teilwei- se zur Erzeugung von Sattdampf mit 10 bar Überdruck und teilweise, zu- sammen mit der Abwärme der Moto- renkühlung, zur Produktion von Satt- dampf mit 1 bar Überdruck genutzt. Mit der restlichen BHKW-Abwärme, einschließlich der Schmieröl- und Ge- mischwärme, wird Heißwasser für ein Nahwärmenetz bereitgestellt, aus dem auch der Energiedienstleister Currenta Wärme für den benachbarten Pflan- zenschutzhersteller Bayer CropScien- ces bezieht. Jedes der sechs BHKW-Module ist 8 300 h im Jahr in Betrieb, damit das Werk seinen Wärmebedarf vollständig aus dem KWK-Prozess decken kann. Bei der Stromproduktion gibt es sogar einen Überschuss, denn die installierte elektrische Leistung der vier stromer- zeugenden Aggregate übersteigt den Leistungsbedarf der Produktion, der durchschnittlich bei 2,7 MW liegt und in der Spitze auf 3,3 MW steigt. Trotz der gesunkenen Erlöse für die Netzein- speisung lohnt es sich nicht, die Leis- tung der BHKW zu reduzieren. Dann müsste ein Teil des Dampfbedarfs durch die Zusatzfeuerung erzeugt werden; für das dazu benötigte Erdgas wäre Brennstoffsteuer fällig, die bei ef- fizienten KWK-Anlagen entfällt. Auch bei Ausfall des übergeordneten Strom- netzes können die schwarzstartfähi- gen BHKW-Module das Werk vollstän- dig im inselbetrieb weiter versorgen. Dabei werden sie durch einen kleinen Notstromdiesel unterstützt, der elek- trische Energie für den Betrieb der Hilfsaggregate bereitstellt und so die Kühlung der Motoren aufrechterhält. KWK-Anlage deckt den Wärmebedarf und produziert Stromüberschuss DerVersorgungssicherheit geschuldet ist auch die 2012 gefällte Entschei- dung, vorsorglich ein siebtes BHKW- Modul anzuschaffen, weil das erste Aggregat nach zwölf Jahren Betrieb das mit 100 000 Betriebsstunden kal- kulierte Lebensdauerende erreicht. Der Betreiber kann hoffen, dass die Anlage nach der bei 90 000 Betriebs- stunden fälligen revision noch weite- re 20 000 bis 25 000 Stunden schafft. Doch darauf wollten sich die Ver- antwortlichen des Werkes nicht ver- lassen. Da zwischen Bestellung und inbetriebnahme des BHKW-Moduls zehn Monate liegen, wurde das Er- satzaggregat vorsorglich frühzeitig ge- ordert und im April 2013 fertiggestellt. Auch mit der Errichtung und der instandhaltung des neuesten BHKW- Moduls wurde Zeppelin als General- unternehmer beauftragt. Ausgerüstet ist die Maschine, die eine elektrische Leistung von 1 028 kW hat, mit einem 10,5-kV-Generator. Das Motorenabgas und die Motorenkühlung werden für die Erzeugung von rund 1,7 t/h Satt- dampf bei 1 bar Überdruck genutzt. Wie bei den Aggregaten der dritten Baustufe wird die restabwärme zur Bereitstellung von Heißwasser für das Nahwärmenetz verwertet. Damit beträgt die thermische Leistung rund 1 450 kW. Für die 10-bar-Dampfer- zeugung wird das Ersatzmodul nicht benötigt. regulär in Betrieb geht das neue BHKW-Modul erst dann, wenn das alte Aggregat endgültig stillgelegt wird, auch weil die Genehmigung des Kraftwerkes auf sechs Module be- grenzt ist.  Bhkw deS monatS Die Anlage auf einen Blick Betreiber: Uniferm GmbH & Co. KG, Werne Standort: Uniferm-Werk Monheim Besonderheit: Einsatz heißgekühlter BHKW-Module zur Dampferzeugung mit hoher Brennstoffeffizienz und hoher Verfügbarkeit Anlage: sechs BHKW-Module des Typs G3516A  mit heißgekühlten Caterpillar- Gasmotoren der Zeppelin Power System GmbH & Co. KG, Achim, mit einer Gesamt- leistung von 4,0 MWel , 2,1 MWmech und 7,9 MWth Umweltschutz: Spezifischer CO2-Ausstoß des BHKW-Stroms (dritter Bauabschnitt) 230 g/kWh (GuD-Benchmark: 365 g/kWhel) Auskunft: Helmut Grimmer, Tel. 0 21 73 / 49 09 510 helmut.grimmer@uniferm.de; Reinhard Ihle, Tel. 0 22 03 / 92 91 22 reinhard.ihle@zeppelin.com Im Uniferm-Werk Monheim wird Sattdampf mit jeweils einem und zehn bar Druck benötigt 2013 Betreiber: Uniferm GmbH & Co. KG, Werne Standort: Uniferm-Werk Monheim Besonderheit: Einsatz heißgekühlter BHKW-Module zur Dampferzeugung mit hoher Brennstoffeffizienz und hoher Verfügbarkeit Anlage: sechs BHKW-Module des Typs G3516A mit heißgekühlten Caterpillar-Gas- motoren der Zeppelin Power System GmbH & Co. KG, Achim, mit einer Gesamtleistung von 4,0 MWel, 2,1 MWmech und 7,9 MWth Umweltschutz: spezifischer CO2-Ausstoß des BHKW-Stroms (dritter Bauabschnitt) 230 g/kWh (GuD-Benchmark: 365 g/ kWhel) Dabei war die Redaktion stets auch ein Dienstleister für die Branche. So bieten die per Umfrage unter den Anbietern ermittelten Absatzzah- len im deutschen BHKW-Markt der Wirtschaft eine Orientierungshilfe und füllen damit eine Lücke in der amtlichen Energiestatistik. Das erste BHKW-Ranking erschien in E&M am 15. August 1999 unter dem Titel „The winner is …“. Im Jahr 2005 übernahm das Öko-Institut die jährliche Daten- erhebung, die auch vom B.KWK unterstützt wird, und erweiterte sie. Damit werden sowohl die Verän- derungen in der Marktpräsenz der Unternehmen als auch der BHKW- Zubau – differenziert nach fossilen und erneuerbaren Brennstoffen und Leistungsklassen – langfristig abge- bildet. Zum Spiegel der Zeit hat sich auch das BHKW des Monats entwickelt, eine Rubrik, die erstmals mit dem Titel „Modell-BHKW mit Biogas“ in E&M am 15. April 1996 erschien. Die monatliche Abfolge der beson- deren BHKW-Anlagen dokumen- tiert den „beständigen Wandel“ der Branche und macht „die Breite der technischen Möglichkeiten, der Einsatzbrennstoffe und der Anwen- dungsfälle, aber auch der innovativen Entwicklungen der Kraft-Wärme- Kopplung im Leistungsbereich zwi- schen einigen Kilowatt und mehreren Megawatt sichtbar“. Dies steht be- reits im Editorial des E&M-Specials „100 BHKW“ vom Juli 2005, in dem die bis April 2005 publizierten ersten 100 BHKW des Monats nachgedruckt wurden. Im Juni 2014 ist inzwischen das 201. BHKW des Monats erschie- nen. Ein besonderer Ausschnitt der KWK-Vielfalt sind die BHKW des Jah- res, die seit 1997 eine Jury – zunächst von dem Beirat der Fördergemein- schaft Blockheizkraftwerke und ab 2001 vom B.KWK gestellt – unter den in dem jeweiligen Jahr von E&M vor- gestellten BHKW des Monats wählt. 16 Mal wurden die Highlights der KWK-Technik ausgezeichnet; nur 1999 wurde die Wahl zum „Memen- to für die Politik, endlich wirksame Schritte zur Förderung der Kraft- Wärme-Kopplung zu unternehmen“. Symbolisch prämiert wurde nämlich das „verhinderte Blockheizkraft- werk“, das eine Vielzahl von nicht gebauten oder stillgelegten Anlagen repräsentierte. Auch ein Beispiel dafür, dass über den Erfolg der KWK die Politik und die Technik entschei- den. 

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