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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

19 deutsche-windtechnik.de INSPEKTIONWARTUNGINSTANDSETZUNGVERBESSERUNG MASCHINENHAUS STEUERUNG ÖLSERVICE ROTORBLATT TURM OFFSHORE SERVICES OFFSHORE CONSULTING SICHERHEIT REPOWERING ONSHORE CONSULTING UMSPANNWERKE FUNDAMENT KOMPLETTER SERVICE AUS EINER HAND : Die Käufer der Windturbinen in Deutschland waren bis nach der Jahrtausendwende überwiegend Landwirte, Idealisten oder private Kapitalanleger, aber weniger die tra- ditionellen Energieversorger. Hat sich der deutsche Windmarkt damit nicht von den anderen Märkten weltweit unterschieden? Allnoch: In der Tat, dieser Unter- schied ist evident, beispielsweise im Vergleich zu Spanien, das neben Deutschland lange Zeit die zweite Lokomotive beim Windkraftausbau in Europa war. Schon in den 1990er Jahren war bei uns bei der Windener- gie eine Energiewende von unten zu beobachten, ohne dass sie damals so genannt wurde. Die privaten Bürger haben die Windenergie in Deutsch- land hoffähig gemacht, nicht die Energieversorger. Das ist eine bemer- kenswerte gesellschaftspolitische Leistung. : Mit diesem historischen Feh- ler haben die Stromversorger nach wie vor zu kämpfen, denn die meis- ten regenerativen Anlagen hierzulan- de sind eben nicht in der Hand von Energieunternehmen. Allnoch: Vor allem die großen Energiekonzerne kannten nur die großen Kraftwerksblöcke. Einzelne Windturbinen hatten die nie auf dem Radar, dieses Geschäft war ihnen viel zu kleinteilig. Sie profitierten aber auch nicht vom Stromeinspeisungs- gesetz. Die Renditevorstellungen, die in den Konzernzentralen damals an- gesagt waren, ließen sich zudem mit einer Windturbine nicht annähernd erzielen. Heute wissen die Energie- manager der Konzerne, aber auch vieler Stadtwerke, dass sie schon in den 1990er Jahren strategische Fehler gemacht haben. Mit ihrem damaligen Auftreten gegenüber den Landwirten und den Versuchen, das Stromeinspeisungsgesetz gerichtlich zu kippen, hat sich so mancher Ener- gieversorger potenzielle Geschäfts- partner frühzeitig vergrault. : Das ist mittlerweile auchVer- gangenheit. Allnoch: Richtig, aber letzt- endlich ist erst mit dem Gau von Fukushima das Modell der EVU end- gültig zusammengebrochen, mit ab- geschriebenen AKW-Anlagen große Neuinvestitionen zu finanzieren. Die sinkende Stromnachfrage in Europa wegen der Wirtschaftskrise setzt die Versorger zusätzlich unter Druck. Ich wage die Prognose, dass es nicht mehr lange dauert, bis wir über die Finanzierung der ‚Atom-Ewigkeits- lasten‘ über den Strompreis oder aus Steuermitteln reden. Dann wird die Endrechnung präsentiert und es wird klar, wie teuer der Atomstrom wirklich ist. : Neben der Windkraft an Land gibt es in Deutschland seit mehr als einem Jahrzehnt den Versuch, die Windkraftnutzung auf See zum Lau- fen zu bringen. Warum hat das nicht geklappt? Allnoch: Wir brauchen uns nicht lange mit der Geschichtsaufarbei- tung zu befassen. Die Offshore- Windenergie nimmt endlich Fahrt auf. Dieses und nächstes Jahr werden wir eine stetig steigende Zubauleis- tung in Nord- und Ostsee erleben. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. : Trübt die neue EEG-Reform, die für die Offshore-Windenergie zwei Ausbaudeckel für 2020 und 2030 vor- sieht, nicht Ihren Optimismus? Allnoch: Die Offshore-Windenergie wird hierzulande die zweite Säule der Windenergie- nutzung und Teil eines Konglome- rats in der Nordsee hierzulande, davon bin ich überzeugt. Die Nordsee wird ein, wenn nicht das künftige Ener- giefeld für den europäischen Strom- markt. Immer weniger Nordsee-Öl, dafür immer mehr Nordsee-Strom. Mit Großbritannien, Deutschland und Dänemark bauen bereits drei Länder nennenswerte Windkapazitäten auf. Die Offshore-Windparks dieser drei Länder werden wohl in Zukunft mit- einander vernetzt werden.Wir haben dann ganz andere Perspektiven für die Stromversorgung und die Ver- sorgungssicherheit als heute. Mit 4 000 bis 4 500 Volllaststunden im Jahr hat die Offshore-Windenergie Grundlastpotenzial, deshalb ist sie aus dem Konzert der regenerativen Energien nicht mehr wegzudenken. Vor allem imWinter, wenn der Strom- bedarf hoch ist. Zum EEG: Das bishe- rige EE-Ausbaumodell wird derzeit zu einem wirtschaftspolitischen Instrument zur Senkung der Börsen- strompreise umfunktioniert, die über den Verbraucher finanziert werden. Aber das ist ein anderes Thema. : Wie geht es in Deutschland wei- ter mit der Wind- kraft an Land? Allnoch: Mit Prog­nosen, wie viele MW es künf- tig geben wird, tue ich mich schwer. Bislang ist der Windkraftausbau immer unterschätzt worden. Allein schon die 35 000 MW Kapazität, die wir heute haben, sind für alte Hasen wie mich lange Zeit nicht in diesem Tempo vorstellbar gewesen. Es gibt noch reichlich Potenzial für die Windkraft hierzulande, als Stichwort will ich nur das Repowering nennen. Wohin die Reise geht und wie er- folgreich wir energie- und vor allem industriepolitisch auf dem Wind- energiesektor werden, wird letzt- endlich über das Primat der Politik entschieden. Windpark auf hoher See: „Die Offshore-Windenergie nimmt endlich Fahrt auf“ „Die Erfolgsgeschichte derWindenergie war Anfang der 1980er Jahre nicht absehbar“ Bild:PaulLangrock 1. Juli 2014 ERNEUERBARE www.nordex-online.com/delta 06.12.2013, nicht in der Theorie, sondern in Janneby, Schleswig-Holstein: Die N117/3000 beweist ihre Leistungs- stärke im Feld – mit einer Tagesproduktion (24 h) von 70,6 MWh. Ein Tag von vielen. Einer von drei Anlagentypen der Generation Delta, bereit für internationale Aufgaben. Erste Großprojekte sind bereits im Bau, und mit der Schwachwindturbine N131/3000 ist die Plattform der Generation Delta nun komplett. +++ N117/3000 UNTER VOLLLAST +++ TAGES- PRODUKTION: 70,6 MWH +++ BEREIT FÜR INTERNATIONALE AUFGABEN +++ B_140214_AZ_NOR_N117-3000_152x215_D.indd 1 14.02.14 17:43

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