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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

Wir gratulieren der Redaktion der Energie & Management ganz herzlich zum Jubiläum – und freuen uns auf weitere spannende Berichte auf dem Weg in eine nachhaltige Energieversorgung. www.juwi.de Happy BiRtHday Der Vorstand und die Pressestelle der juwi-Gruppe : Herr Dr. Allnoch, zu Beginn dieses Sommers gab es bundes- weit mehr als 24 000 Windturbinen mit einer Leistung von annähernd 35 000 MW. Hatten Sie als Windkraft- Pionier Anfang der 1980er Jahre mit einem solchen Auf- schwung derWind- kraft hierzulande gerechnet? Allnoch: Nie und nimmer. Ehrlich- weise hatten wir uns vor 30 Jahren keine Gedanken gemacht, wohin derWeg der Windenergie führen könnte. Nach der Norbert Allnoch, Geschäftsführer des InternationalenWirtschaftsforums Regenerative Energien, beobachtet seit den frühen 1980er Jahren die Entwicklung derWindenergie in Deutschland. Ein Rückblick und Ausblick zugleich. VON RALF KÖPKE Norbert Allnoch:„Wohin die Reise derWindenergie geht, wird letztendlich über das Primat der Politik entschieden“ „Immer weniger Nordsee- Öl,dafür immer mehr Nordsee-Strom“ 1. Juli 201418 ERNEUERBARE Ölkrise waren wir damals mehr damit beschäftigt, überhaupt technologische Alternativen für die Energieversor- gung weg vom Öl aufzuzeigen. Dass die Windenergie zu einer Erfolgs- geschichte werden würde, war Anfang der 1980er Jahre nicht absehbar. : Was waren nach Ihrer Ein- schätzung die wichtigsten Meilensteine für dieWindenergienutzung? Allnoch: Der Gau von Tschernobyl bedeutete eine Zeitenwende. Vorher hat es hierzulande zwar Bemühun- gen gegeben, die Windenergie voran- zubringen. Das köchelte allerdings alles auf kleinster Flamme. Die Dänen waren damals schon viel, viel weiter. Die Amerikaner hatten ihre robusten, anfangs nur 20 kW starken Mühlen zu Tausenden gekauft und in Kalifornien aufgestellt. Mit demTschernobyl-Gau 1986 war der erste ernsthafte Versuch der Politik verbunden, Alternativen zur Kernenergie zu suchen. Das ist in Vergessenheit geraten. Dass es das 100 MW- und später wegen der Wiedervereinigung auf 250 MW auf- gestockte Breitentestprogramm für die Windenergie sowie anschlie- ßend das Stromeinspeisungs- gesetz ab 1991 gegeben hat, wäre ohne Tschernobyl und den Druck der Bevölkerung nicht möglich ge- wesen. In diesenTagen ist übrigens auch parallel dazu ein 1 000-Dä- cher-Photovoltaikprogramm auf- gelegt worden, das allerdings nicht fortgesetzt wurde. : Was sprach für die Wind- energie, was gegen die Photovol- taik? Allnoch: Die Kosten sprachen gegen die Photovoltaik. Damals kostete ein Kilowatt Peak rund 30 000 Mark, also gut 15 000 Euro. Heute sind wir bei einem Niveau Dr. Norbert Allnoch Jahrgang 1958, gehört zu den bekannten wissenschaftlich-analytischen Begleitern der regenerativen Energiewirtschaft und speziell der Windbranche in Deutschland. Nach seinem ersten Kontakt mit erneuerbaren Energien im Jahr 1982 wird er sechs Jahre später Leiter der Forschungs- gruppe Windenergie an der Universität Münster. Dort legt Allnoch den Grundstein für die wohl älteste Standort-Datenbank für Windenergieanla- gen in Deutschland. Im Jahr 1996 gründet er das Internationale Wirtschaftsforum Regenera- tive Energien (IWR), das zu den anerkanntesten Beratungsunternehmen für erneuerbare Energien zählt. von etwa 1 500 Euro pro kW angekommen. Zudem war die Solar-Lobby da- mals schwach organisiert. Der entscheidende Vorteil derWindkraft war aber die niedrige Markteintritts- barriere, das heißt, die Anlagen mussten nicht gleich in hohen Stück- zahlen und in großen Fa- briken produziert werden. Das Investitionsrisiko auf einem zunächst kleinen Markt war überschauba- rer. „Private Bürger haben die Windenergie in Deutschland hoffähig gemacht“ Bild: IWR

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