Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

Gasspeicherung Explo ration & Produktion © VNG Norge AS/Helge Hansen/Montag Gashandel & Dienstleistung Leidenschaft Für ErdGAS G astransport die VNG-Gruppe mit dem in Leipzig ansässigen Mutterunternehmen VNG–Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft ist in der gesamten Wertschöpfungskette der deutschen und europäischen Erdgaswirtschaft mit den vier Kerngeschäftsbereichen Exploration & Produktion, Gashandel & dienstleistung, Gastransport sowie Gasspeicherung aktiv. Mit dieser Expertise leisten wir einen entscheidenden Beitrag für ein nachhaltiges Energiesystem. VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft | Braunstraße 7 | 04347 Leipzig | Telefon +49 341 443-0 | Fax + 49 341 443-1500 | info@vng.de | www.vng.de „Der Gasmarkt wäre eine stark von Ruhrgas dominierte geschlossene Gesellschaft“ 1. Juli 2014 11GAS Liberalisierung selbst als Moderni- sierer für die Energiewende ein wenig unmöglich gemacht? Holst: Ja. Es war ein Fehler der Gas- wirtschaft, erst einmal beobachten zu wollen, wie sich die Liberalisierung auf die Stromwirtschaft auswirkt, und sie hat auch zu lange die falschen Schlachtfelder bearbeitet. Aber noch ein Wort zur Liberalisierung: Es gibt doch trotz Liberalisierung, außer dem Gesundheitswesen, keinen stärker regulierten und vom Staat beeinfluss- ten Bereich als die Energiewirtschaft. : Hat der Abschied von der Öl- preisbindung die Chancen der Gas- wirtschaft imWettbewerb verbessert? Holst: Bei der Einführung war die Ölpreisbindung eine tolle Lösung, um Gas gegen Öl am Wärmemarkt durchsetzen zu können. Außerdem erzielte sie nach außen die Wirkung, gegenüber großen Lieferanten wie Norwegen und Russland auf Augen- höhe zu sein. Das ist nach wie vor sinnvoll. Heute wird an virtuellen Plätzen auf andere Weise gehandelt – zum erhofften Preissturz hat das aber auch nicht geführt. : War für die Liberalisierung des Gasmarktes das Aufbrechen der Langfristverträge der Importeure mit Stadtwerken durch das Bundes- kartellamt oder die Einführung des Zweivertragsmodells für den Netzzu- gang durch die Bundesnetzagentur bedeutender? Holst: Das Kartellamt hat die Langfristverträge immer nur als Knebelung der Stadtwerke durch die Importeure gesehen. Sie hatten jedoch zwei Seiten und bedeuteten auch Schutz und Planungssicherheit – und manches Stadtwerk wäre heute froh darüber. Aber das Kartellamt hat sich auch vom Energiemarkt verab- schiedet, der eben kein Markt mehr ist, sondern ein komplett reguliertes Etwas, wo nur noch die Politik wer- kelt. Was soll es da auch? Das Zwei- vertragsmodell hat den Gasmarkt ebenfalls stark verändert. Heute gibt es mehrVielfalt – und die ist auch gut. Jeder kann wählen, was er braucht. : War der Zweikampf Winters- hall/Wingas gegen Ruhrgas am Groß- handelsmarkt in den 1990er Jahren schon ein erstes Anzeichen für Wett- bewerb – lange vor der offiziellen Li- beralisierung? Holst: Wintershall und Wingas haben schon einen tollen Job ge- macht – das war so etwas wie der beginnende Wettbewerb. Bis dahin war der deutsche Gasmarkt schon eine stark von Ruhrgas dominierte geschlossene Gesellschaft. : Das Gasnetz war früher wie heute das Rückgrat derVersorgung. Holst: Beim Netz sieht man den großen Unterschied zwischen Strom und Gas. Das deutsche wie auch das europäische Gasnetz ist im Gegensatz zum regional aufgebauten Stromnetz schon immer als Verbindung zwi- schen Ost und West, Nord und Süd angelegt gewesen. Deshalb muss im Hinblick auf den Netzausbau viel weniger gemacht werden als beim Strom. Bei der Regulierung zweifle ich daran, ob sie wirklich zu mehr Effizienz führt. Das, was man damit reinholt, macht sich doch beim Gas- preis kaum bemerkbar. : Auch die Nutzung der Gas- speicher hat sich verändert. Braucht Deutschland deshalb eine nationale Gasreserve? Holst: Ein Gasspeicher ist nicht dazu da, eine Reserve anzulegen, er dient dazu, den im Winter höheren Gas- bedarf auszugleichen. Sonst müsste man viel dickere Pipelines bauen, um in der kalten Jahreszeit genügend Gas liefern zu können. Speicher werden heute wegen der Entflechtung anders betrieben als früher, wo die Importeu- re sich darum gekümmert haben. Das erfordert neue Geschäftsmodelle. Ein Gasversorger, der ein Produkt anbie- tet, das immer da sein muss, braucht aber auch heute einen Speicher. : Hat sich die Versorgungs- sicherheit dadurch verbessert, dass deutsche Unternehmen wie VNG, Eon oder Bayerngas in das Gasförder- geschäft eingestiegen sind? Holst: Langfristig ja, kurzfristig noch nicht, weil die Förderung erst aufgebaut werden muss. Gasgewin- nung ist ein langfristiges Geschäft. Grundsätzlich gilt: Je mehr Liefe- ranten ein rohstoffarmes Land wie Deutschland hat, desto sicherer ist dieVersorgung.  „Speicher werden heute anders betrieben als früher. Das erfordert neue Geschäftsmodelle“ Erdgasleitungen und LNG-Terminals in Europa Quelle:BDEWEurogas

Seitenübersicht