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Energie & Management, Ausgabe 13, 2014

: Herr Dr. Holst, In Ihrem Buch ‚Bewegte Zeit‘ schreiben Sie: ‚Wir müssen mit Russland, wir können mit Russland – es ist für beide Seiten sinnvoll und bereichernd.‘ Stimmt das noch seit der Ukrainekrise? Holst: Ich bin fest davon überzeugt, dass das weiter richtig und nötig ist. Die einseitige Fixierung auf den Aggressor Putin in den Medien finde ich fürchter- lich. Wo man in der Weltpolitik auch hinschaut, ohne Russland geht es nicht. : Wie ist es zu erklären, dass Deutschland so wenigVertrauen in den langjährig zuverlässigen russischen Gaslieferanten Gazprom hat? Holst: Die Spekulationen über Lie- fereinschränkungen aus Russland sind eine Sache der Medien nach dem Motto: Aufregung schafft Aufmerksam- keit.Wir brauchen ein pragmatischeres Vorgehen und einen anderen Umgang mit Russland. Dabei muss man auch sehen, dass es in osteuropäischen Ländern berechtigte Ängste gibt, und den Russen deutlich machen, dass ihr Vorgehen auf der Krim falsch war. Sie haben einfach auchVertrauen verloren. Viele Menschen wollen aber gar nicht, dass wir ununterbrochen von Sank- tionen gegen Russland reden, weil die Ukrainer sich nicht einigen können. : Blutet Ihnen als altem Fahrens- mann der Gaswirtschaft das Herz, wenn Sie mit ansehen müssen, dass Erdgas bei der Energiewende keine Rolle spielt? Holst: Ich habe mich in meinem Buch mit dem Begriff Wende ausei- nandergesetzt – im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereini- gung. Das war keine Wende, sondern eine Revolution. Und genau so ist es in der Energieversorgung. Wenn wir innerhalb von 40 Jahren bei der Stromerzeugung auf erneuerbare Energie umsteigen wollen, dann ist das eine Revolution. Wir müssen dabei auch mehr über den Wärme- markt sprechen. Dort ist die Bedeu- tung von Erdgas ungebrochen. Mir blutet das Herz, weil zu wenig in die Öffentlichkeit gebracht wird, dass Erdgas bei der Energierevolution hel- fen kann. : Welche Rolle sehen Sie für Erdgas am Wärmemarkt – ist es eine Brücke oder eine Zukunftsenergie? Holst: Beides. Denn wenn man mit Erneuerbaren denWärmemarkt errei- chen will, ginge das nur durch mehr- fache Umwandlung − zu Lasten der Effizienz. Deshalb geht es nicht ohne Erdgas. Die Verbesserung der Luft- qualität in Ostdeutsch- land in den 1990er Jahren haben wir auch nicht durch Wind und Sonne, sondern durch Erdgas bekommen, weil Kohle- durch Gasheizungen er- setzt wurden. : Die Gaswirtschaft klagt, dass ihre Vorschläge in der Energiepolitik nicht genügend Gehör finden. Könnte das auch daran liegen, dass die Ruhrgas verschwunden ist? Holst: Mit dem Verschwinden der Ruhrgas und deren Aufgehen im Eon- Konzern, was ich immer für falsch gehalten habe, fehlte der Gasbranche plötzlich die Stimme. Außerdem wird seit dem Zusammengehen des Gas- verbandes BGW mit dem Stromver- bandVDEW zum BDEW fast nur noch über Strom geredet. : Hat sich die Gaswirtschaft durch das langjährige Verzögern der „Gegenüber Norwegen und Russland auf Augenhöhe“ Klaus-Ewald Holst, bis 2010Vorstandsvorsitzender der LeipzigerVerbundnetz Gas AG (VNG) und heute im Ruhestand, über Gasversorgung imWandel der Zeit. VON PETER FOCHT „Der Gasbranche fehlte plötzlich die Stimme“ Klaus-Ewald Holst bli󿿩t in seinem 2013 ers󿿪ienenen Bu󿿪 „Bewegte Zeit – Ein Leben voller Energie“ auf seine Karriere als einer der wi󿿪tigsten Gasmanager Deuts󿿪lands − er war von 1990 bis 2010 Vorstandsvorsi󿿸ender der Leipziger Verbundne󿿸 Gas AG − in den le󿿸ten zwei Jahr- zehnten zurü󿿩. Über das Autobiographis󿿪e hinaus ist das Bu󿿪 au󿿪 ein Plädoyer für Erd- gas, das laut Holst na󿿪 der Wende wesentli󿿪 zum s󿿪nellen Abbau der Lu󿿹belastung in der ehemaligen DDR beigetragen hat und na󿿪 Ansi󿿪t des Autors au󿿪 einen wi󿿪tigen Beitrag zur Reduzierung der Klimabelastung mit CO2 leisten könnte. Klaus-Ewald Holst:„Je mehr Lieferanten ein rohstoffarmes Land wie Deutschland hat, desto sicherer ist dieVersorgung“ Bild:VNG ERDGAS – Lösungen für die Zukunft Günstig die Heizung modernisieren: mit ERDGAS. Die Energiewende hat begonnen. Die Klimaschutzziele sind ehrgeizig. ERDGAS kann dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen – auch ohne die Kosten aus den Augen zu verlieren. Denn moderne Erdgas-Technologien ermöglichen dank ihrer Effizienz hohe CO2 -Einsparungen ohne großen Investitionsaufwand. Das hilft bezahlbare Mieten bei der energetischen Sanierung zu sichern. Dazu bietet ERDGAS als Partner der erneuerbaren Energien eine hohe Zukunftssicherheit. Mit anderen Worten: Klimaschutz und Sozialverträglichkeit müssen sich nicht ausschließen – mit ERDGAS. Der wirtschaftliche Weg zur Sanierung beginnt im Heizungskeller. Mehr Informationen finden Sie unter: www.zukunft-erdgas.info 10 GAS 1. Juli 2014

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